Hier wieder ein größeres Stück, ich hoffe mal wieder auf Feedback(

). Ich schreibe gerade an dem sTück mit dem ersten Capital-Schiff, wer meine Schiffs-Ideen in anderen Posts gelesen hat, kann sich vorstellen was es für eines ist...
Lasa wischte gerade mit einer ihrer Tentakeln ein bisschen Schlamm von dem Teller, welchen sie eben aus dem Boden gezogen hatte. Der Teller war reich mit glänzenden Kristallen besetzt. Ja, das musste die Hütte des damaligen Häuptlings gewesen sein! Sie rief ihren Freund und Kollegen, den lustigen Lasmios, eine Kaufechse von Ianamus Zura:"Oh! Lasmios! Komm schnell her! Ich habe die Stelle gefunden." Ihre Tentakel wirbelten aufgeregt durch das Wasser. Lasmios kam herangeschwommen: "Lassssa! Dasss ist ausssgezsseichnet!" Er kniete sich neben sie, ein Bein unten am Boden, das andere angezogen und mit der Gehklaue auf dem Boden. Lasmios sah sie an:"Entssschuldige michhhh kurzzsss." Er schwamm nach oben zu der kleinen Luftblase, die man für die teladianischen Mitarbeiter gemacht hatte indem man etwas Luft in die Höhle gepumpt hatte. Ihr Freund konnte zwar lange die Luft anhalten, aber er hatte keine Kiemen wie sie. Er kam zurück, diesmal stabilisierte er sich mit Schwimmbewegungen in der Waagerechten und sah sie an:"Lassssss unsss sschnell die Ausssrüsstung holen!" Die beiden schwammen los um die Bürsten und Sauggeräte zur entfernung des Schlamms zu holen.
Lasmios war aufgeregt. Endlich hatten sie die Hütte des Häuptlings gefunden! Es war der zentralste Ort des Dorfes und versprach gute Ergebnisse zu bringen. Und dieser ästhetische Teller hätte direkt aus einem edlen Laden stammen können! So eine fortgeschrittene Verarbeitung hatten sie bisher noch nicht in diesem Dorf finden können. Da war der klobige Sauger und der kleine Koffer mit den Bürsten. "Lasssa, nimm du die Bürsssten, ichhh nehme den Sssssauger." Sie nahmen die Ausrüstung, schwammen zurück zu der im Schlamm versunkenen Hütte und begannen mit der Arbeit. Lasmios saugte den Schlamm auf und Lasa säuberte die Funde. Die zart-lilane Boronin war äusserst Geschickt mit den Bürsten. Dann kam ein weiterer Borone angeschwommen, einer der lokalen Helfer:"Lasmios! Lasa! Der neue Dozent ist da, Thorneos Kemmriples V. Er ist eben gelandet." Lasa sah kurz auf "Schick ihn doch bitte her." Der Helfer schwamm weg, dann kam er mit einem Teladi in den verschiedensten Blau-Tönen zurück. "Hallo. Wenn ichhh michh vorssstellen darf, mein Name issst Thorneosss Kemmriplessss V. Man hat mir gesssagt ess gäbe hier Arbeit für michhhh?!" Lasmios und Lasa begrüßten den Neuankömmling "Herzsslichhh willkommen. Endlichhhh ssssind sssie da, wir warten ssschon lange auf ssssie." "Mein Kollege hat recht. Es ist uns eine Freude sie aufs Lustigste zu begrüßen." Der blaue Teladi antwortete:"Ichh danke vielmalsss, aber dutzssen sssie michh dochh." "Freut mich, dann nenn' mich doch Lasa." "Und michhh kannssst du getrossst Lasssmiosss nennen." Die drei gingen an die Arbeit.
Lasa sah zu dem blauen Teladi rüber, sogar dessen Kleidung war in verschiedenen Blau-Tönen gefärbt. Er ging seiner Arbeit äusserst geschickt nach, seine gelben Augen huschten über den Boden um kleine Artefakte zu finden. Er fand sogar kleine Teile, die sie gar nicht bemerkt hätte. Da spürte sie etwas im Sand, eine Fläche, sie wollte sie hoch nehmen, doch das Objekt war zu groß. "Lasmios, könntest du bitte mal hier den Schlamm wegsaugen?" "Ja, Augenblick." Thorneos schwamm auf dem Rücken ein Stück zurück um seinem Artgenossen Platz zu machen, dann saugte Lasmios den Schlick immer weiter weg. Nach und nach erkannte man das Objekt: Es war die Hütte des Häuptlings. Während die Sedimente die kleinen Artefakte nach oben befördert hatte, blieb die aus dem Korallenboden gehauene Hütte unten. Als das Gebäude frei gelegt worden war, waren Lasmios und sie mehr als überrascht: Die Hütte war viel kleiner als die Überlieferungen ergeben hatten. Die rauhe Halbkugel war zudem durch eine Tür versperrt, die durch eine seltsame Platte geschmückt war. "Thorneos. Was meinst du, wie kommen wir da rein? Du bist doch der Experte für alte Architektur." "Warte, ichhh ssssehe mir dassssss mal an." Der Teladi schwamm mit kräftigen Bewegungen zu der Tür, die Druckwellen im Wasser liessen darauf schliessen, dass er viel stärker als Lasmios sein musste.
Thorsten, Schrägstrich Thorneos, schwamm an die Tür, die er vor Jahrhunderten selbst gebaut hatte. Im Stamm nahm er damals die Rolle des Bauherren und Erfinders ein. Der Mechanismus war recht einfach: Ein kleines Getriebe wurde durch mehrmaliges ziehen einer Stange, tief in der Platte, mit dem Tentakel eines Boronen in Rotation versetzt und bewegte so die Tür nach unten und ein Gewicht in der Hütte nach oben. Oder anders herum wenn man einen Riemen oben an der Tür zog. Natürlich musste er so tun, als ob er es gerade erst herrausgefunden hätte: "Lasssa, ichhh glaube, du mussssst mit deinem Tentakel eine Sssstange in diesssem Lochh in der Platte ein paar mal zsssiehen." Er winkte die Boronin herüber und sie tat das was er ihr gesagt hatte. Ein Klicken war durch das Wasser zu hören, als das Getriebe genug Rotation hatte. Mit dem Geräusch von dem Drehen steinerner Zahnräder senkte sich die Tür in den Boden. Lasmios Stirnschuppe wurde leicht blass, als er aufgeregt auf den uralten Mechanismus sah. Ein Schwall abgestandenen Wassers floss den drei entgegen. Thorsten sah seit langem den Innenraum der Hütte wieder, den er zuletzt als Tose Ke, seine boronische Form, beschwommen hatte. Jetzt als Teladi merkte er wie klein die Hütte war, er stiess beim Eintreten mit der empfindlichen Stirnschuppe an den Ramen der Tür. Doch vorher sah er sich in der Höhle der Grotte um: Es war alles wie damals, große leuchtende Quarzkristalle waren in Mulden an den Wänden der Höhle gesetzt worden und spendeten durch wärme gespeistes Licht. Die Fels-Wände aus Korallen reichten in ihrer Färbung von blau über lila bis grün.
Lasmios sah sich aufgeregt um: Der Inhalt dieser Hütte war eine wahre Goldgrube an Artefakten zum Untersuchen. Im Gegensatz zu den weiblichen Teladi in ihrer Profitgemeinschaft hätte er nie im Leben daran gedacht Artefakte zu verkaufen. Seitdem er vor vier Jazuras mit 20 Jazuras sein Studium beendet hatte, hatte er an den Legenden gesessen und sie analysiert. Vielleicht würde sich jetzt alles beweisen lassen. "Lasssa...Sieh nur,...so viele Funde..." Die Boronin inspizierte die reich verzierte Liege-Kuhle:"All diese Ornamente...eine wahre Goldgrube..." Zuerst katalogisierten sie die Funde, aber als es nach einer Quazura dunkel wurde, unterbrachen sie ihre Arbeit. Thorneos ging zu seinem Schiff und kam schwer beladen zurück, die edelsten Zutaten waren dabei.
Thorsten liebte es zu kochen, schon immer. Nachdem er alle Rezepte der Erde gelernt hatte, hatte er sich darum gekümmert die Nahrungsmittel, Kochweisen und Rezepte anderer Völker zu erlernen. Nachdem er im Schiff ein paar Zutaten in dem Manta mit Hilfe seiner Naniten erzeugt hatte, schwamm er zurück und kochte jeweils ein paar Gerichte nach teladianischer und boronischer Art. Er fragte nach Wünschen: "Hat hier jemand ein Lieblingssss-Gerichhht?" Lasa sah ihn schief an:"Wie willst du denn wissen was einem Boronen schmeckt?" Thorsten wusste die richtige Antwort, auch wenn es etwas gelogen war, denn eigentlich konnte er wegen seiner Naniten ja alles essen:"Ichhh weisssss esss nichhhht genau, dessswegen machhhe ichhhh es streng nachhhh Rezssepten, die ichhh ausswendig gelernt habe." "Na dann, wenn das so ist: Ich würde mich über Lustige Strömung freuen." Das war einfach, Lustige Strömung war ein gekochter Salat aus verschiedenen Algen, Stott-Gewürzen, einer BoFu-Creme und ein bisschen boronischem Pfeffer, welcher der Samen der boronischen Seerose war, welcher im Gegensatz zu den süssen Blättern äusserst pikant war. Lasmios schwamm neben seine Kollegin, dann wechselte er in die Senkrechte: "Ichhh mag die Farbensssuppe, aber ichhh möchhhte nicht zsssu viel verlangen." Die Farbensuppe war eine Spezialität der Ianamus Zura-Teladi: Die Zutaten waren fünf verschiedene Wurzelknollen-Arten, verschiedene Sumpf-Pflanzen, Würz-Moos, welches ähnlich wie ungarischer Paprika mit weissem Pfeffer schmeckte, Creme-Knollen, Schaum-Gras, welches einen brot-artigen Kern hatte, und Schilfrohr-Samen, die im Geschmack an eine Mischung aus Basilikum und Kümmel erinnerten. Eine andere Teladi wünschte sich noch einen Sumpf-Pflanzen-Salat und ein Borone sprach sich für BoFu mit Maja-Glitt-Splittern aus.
Thorsten bereitete alle vier Gerichte zu: Zuerst die Lustige Strömung: Zuerst mischte er die Algen und ein bisschen Stott. Dann verührte er das BoFu mit etwas Meerwasser in einer abgedichteten Schüssel und fügte den Pfeffer so wie eine Prise Stott hinzu. Die Creme liess er ziehen. Als nächstes zerschnitt er ein Seerosenblatt, was mit seiner Kralle ziemlich leicht von der Klaue ging, und fügte es zu den Algen dazu, als er diese angeschwitzt hatte. Da er den Salat nur angeschwitzt hatte, blieben die Algen knackig, dann rührte er die Creme unter und der Salat war fertig. Als nächstes kam der Sumpf-Pflanzen-Salat: Den Salat mischen, Nostrop und Stott verquirlen und einrühren, dann ein paar süsse Wurzel-Knollen hinein und der Salat war fertig. Worauf Thorsten bei den Teladi-Gerichten nur achten musste, war es die speziellen Töpfe und Schüsseln zu verwenden, die die Zutaten vom Wasser abschirmten, bis sie als Gericht gegessen wurden. Nun das BoFu mit Maja-Glitt-Splittern: Das BoFu auf den Laser-Herd, dazu den Maja-Glitt, umrühren, etwas Plankton dazu und im Anschluss mit Stott garnieren.
Jetzt kam der richtige Koch-Spass: Die Farben-Suppe: Zuerst schnappte er sich die Wurzel-Knollen, die er nach Sorte und somit nach Geschmack ordnete. Eine Sorte schmeckte leicht süß, eine sauer, eine schmeckte nach pfeffrigen Zwiebeln, eine schmeckte fast wie eine Kartoffel und die letzte schmeckte herb nach Tomate. Nun nahm man die Sumpf-Pflanzen-Blätter, welche verschiedene Farben hatten und wickelte die Knollen Geschmack nach Farbe sortiert in die Blätter ein: Rote Blätter bekamen eine Füllung aus pfeffrigen Knollen, weiße bekamen die leicht süßen Knollen, in die blauen Blätter wurden die Kartoffel-Knollen eingewickelt, die sauren Knollen bekamen die gelben Blätter als Farbe und die nach Tomate schmeckenden Knollen wurden in die grünen Blätter gehüllt. Die Blätter hatten eigentlich nur den Zweck Farbe in die Suppe zu bringen, ihr Eigengeschmack war nicht intensiver als ein Salatblatt von der Erde schmeckte. Dann nahm Thorsten die eingewickelten Knollen in einer geschützten Schüssel zwischen die Krallenspitzen und rollte sie dazwischen hin und her, so bekamen die Blätter zahlreiche Löcher aus denen der sarke Farbstoff dringen konnte und die Knollen wurden aufgeschlitzt, wodurch sich der Geschmack in der Suppe besser entfalten konnte. Beim kochen der Blätter kam so ausserdem der Effekt zustande, dass sich kleine verschiedenfarbige Tupfer an den Löchern bildeten, da sich dort die Farbstoffe verschieden anlagerten, denn die Blätter waren so gewählt, dass sich ihre Farbstoffe nicht vermischten. Dann presste er die Creme-Knollen um den sämigen Grundstoff der Suppe zu erhalten, dann würzte er mit den Schilfrohr-Samen und zupfte das Würzmoos hinein, als nächstes kochte er die Creme in einem versiegelten Topf, dann fügte er über die kleine Schleuse die eingewickelten Knollen hinzu. Nun schabte er mit seinen Krallen den brotartigen Kern des Schaum-Grases in eine versiegelte Pfanne, wo er sie mit Nostrop zu einer Art Croutons röstete. Als er fertig war, fügte er die Croutons in die Suppe und richtete die Speisen an. Für die Teladi-Gerichte hatte er etwas gekauft, was die Teladi kürzlich erfunden hatten: Ein kleiner Feld-Generator, der Wasser von den Tellern fernhielt und eine kleine Lüftblase um einen speziellen Löffel erzeugte. Wo Thorsten Credits her hatte? Nun ja, er hatte nie gehandelt, aber er konnte...nun ja...für Computer überaus überzeugend sein. Ungefähr 500 verschiedene Konten waren unter verschiedenen Namen angemeldet, alle blieben Konstant auf einem Betrag, egal wie viel man abhob. Eine intelligente Software, tief versteckt im Kernspeicher der Banken-Computer verborgen, versteckte die Aktivitäten vor dem Personal. Thorsten richtete die Speisen auf einem kleinen Klapptisch an, der für Menschen viel zu klein gewesen wäre, aber für Boronen und Teladi genau richtig war. Teladi benutzten einen Löffel für Suppen, ansonsten nutzten sie ihre geschickten Krallen, sowohl als Messer als auch als Gabel. Boronen hingegen benutzten Besteck, welches dem der Menschen fast bis aufs Detail glich.
Lasmios und die übrigen Teladi, wozu in dieser Form auch Thorsten gehörte, schmatzten anatomisch bedingt etwas, während die Boronen durch den Rüssel leicht schnauften. Nach gut einer Quazura waren die rund 12 Wesen satt und zufrieden. Thorsten hatte ebenfalls von der Farbensuppe gegessen. Lasmios rieb sich den Bauch:"Tsshhhh...dasss hat wie bei meiner Ur-Großsssmutter gessschmeckt, ichhhh dachhhhte nichhht, dassssss jemand heutzssutage noch sssso russstikal kochhhht." Wie recht Lasmios hatte, konnte er nicht ahnen. Thorsten war sogar älter als die Ur-Großmutter der Echse, wobei es eigentlich kein physisches biologisches Wesen gab das so alt war wie er. Zumindest hatte er noch keines gefunden. "Danke für dassss Kompliment. Ichhh habe meinen Beruf mit meinem Hobby verbunden. Ichh habe viele alte Rezssepte recherchiert."
Lasmios genoß die Unterhaltungen mit Thorneos. Er war noch jünger als Lasmios und doch berichtete er so lebhaft über seine Vorstellung des alten Ianamus Zura, als ob er selbst dort gewesen wäre. Kochen konnte er jedenfalls so. Als sie sich alle schlafen legten, brach man die Gespräche ab. Lasmios legte sich auf seine Schlaf-Platte, das ebene und harte Material liess ihn schnell in den Schlaf fallen.
Lasa saß in ihrer Schlaf-Kuhle in ihrem Mako. Beeindruckend wie ein Teladi boronische Gerichte kochen konnte ohne den Geschmack zu kennen. Noch immer war der weiße Schimmer der aufgeregten Freude über die Funde im Wasser zu schmecken. Irgendetwas hatte dieser Teladi an sich, er verhielt sich zwar genau wie jeder andere Teladi, er stieg auf zur Luftblase und holte Luft, schwamm wie ein Teladi, aber irgendetwas stimmte nicht. Wie konnte er so schnell den Mechanismus in der Tür finden? Wenn er wirklich so ein Experte war, warum war er noch Dozent? Thorneos war zwar nett und lustig, aber da war irgendwas. "Ach Lasa, mach dich nicht verrückt. Du schmeckst schon wieder Strömungs-Schleier wo keine sind." Sie schüttelte die dunklen Gedanken ab und fiel in einen lustigen Schlaf.
Thorsten legte sich auf die harte Metall-Platte in der trockenen Kabine seines Manta, ein spezielles Feld, wie es weit verbreitet war, verhinderte das Eindringen von Wasser. Auch als Teladi konnte er diesen Liege-Flächen nichts abgewinnen. Teladi mochten diese Flächen wegen ihres Schuppenpanzers und ihrer Physiologie. Was den Schuppenpanzer anging gab es einen einfachen Grund für die Metall-Platten: Die Flächen waren sauber und somit konnte sich nichts an den Schuppen festsetzen. Die Teladi-Physiologie hatte sich zudem so angepasst, dass harte Flächen für sie bequem waren, denn wie die Echsen auf der Erde liebten ihre Vorfahren Sonnenbäder auf Felsen. Thorsten rollte sich zusammen, seine Schnauze berührte seine Kniee und er liess seine Naniten die Metallplatte etwas weicher machen. Dann fiel er in einen Schein-Schlaf. Der Körper schlief wirklich, doch das Bewusstsein in den Naniten wirkte weiter. Die Nacht verging ereignislos: Zwölf natürliche Super-Novas, ein schwarzes Loch erreichte seine kritische Masse und entflammte zu einem neuen Nebel und zwölf Mitglieder des alten Volkes durchquerten dieses Sonnensystem. Ach...das alte Volk...lustige Burschen. Sie waren den Boronen nicht unähnlich in der Moral und ihrem Friedlichen verhalten, doch sie waren teils auch ein bisschen seltsam. Sie waren hoch intelligent, doch meistens total zerstreut. Wenn man mit ihnen sprach, hätte man denken können, man spräche mit einem dementen Genie. Ihr Denken war bei weitem nicht so verworren: Ihre Gedanken waren klar und wenn Thorsten sie las, konnte er sie sehr gut verstehen. Irgendwie konnten sie ihr hoch entwickeltes Denken anderen nicht klar machen. Thorsten war, wenn er ihre Gedanken auslas, der einzige einigermaßen biologische Gesprächspartner für sie. Die Sohnen verstanden sie zwar auch, aber die waren ja nicht im geringsten biologisch. Warum die Alten das Erd-System gemieden hatten? Dafür gab es zwei Gründe: Zum einen hatten sie vor Jahrtausenden die Erde einmal besucht und gesehen was für Kriege die Menschen führten: Auf Profit besonnen wie Teladi, grausam wie Split, arrogant wie Paraniden. Dann haben wir uns viel schneller entwickelt als die Völker in anderen Bereichen. Die Alten wollten warten bis die Menschen friedlich genug wären um, ohne Schaden anzurichten, mit anderen Völkern co-existieren zu können. So waren ihnen die Argonen lieber als die aggressiveren Terraner. Doch sie mochten die Menschen auch, denn sie konnten Kreativ wie die Teladi auf Ianamus-Zura sein, friedlich wie die Boronen, ehrenhaft wie die Split und intelligent wie die Paraniden. Die Menschen hatten alle Charakter-Züge der Völker gleichermaßen ausgeprägt. Es gab keine stark ausgeprägten Charakter-Züge die andere übertrumpften, wodurch die Menschen einen inneren Konflikt besaßen der sie nach vorne aber auch zurück schleudern konnte. Doch die Menschen waren auf dem richtigen Weg: Oft hatte einer der Alten, als Thorsten ihn begegnet war, gesagt dass sie so wie die Menschen sich entwickelten bald ein Sprungtor dort absetzen würden. Doch "bald" war bei den Alten ein gestreckter Begriff, denn da sie nicht starben, hatten sie etwas andere Zeitvorstellungen: Bald konnte gut ein Jahrtausend sein, so hatte Thorsten es von ihnen erfahren. Man konnte es hier ja schon sehen: Die Argonen waren den Terranern, obgleich es wesentlich mehr Argonen als Terraner gab, technisch weit unterlegen. Doch moralisch waren sie ein Dreh- und Angelpunkt zwischen den vier anderen Völkern: Sie hatten gute Beziehungen zu den Split, was die gemeinsame Entwicklung der Projektilkanone bewieß, und auch die friedlichen Boronen und Teladi waren mit ihnen verbunden, lediglich mit den Paraniden hatten sie Probleme. Was die schnelle Entwicklung der Menschen betraf, so waren das beste Beispiel wohl die Xenon: Das alte Volk hatte gute vier Milliarden Jahre gebraucht, bis die Sohnen das Bewusstsein erlangten, die Menschen hatten derartige Maschinen nach ungefähr 40.000 Jahren Entwicklung, vom Nomaden-Volk zu Raumfahrern, erbaut.
Thorsten stand auf und schwamm zu der Hütte. Die beiden Archäologen waren dabei, neue Artefakte auszugraben während ihre 9 Assistenten-6 Boronen und 3 Teladi- die Funde katalogisierten. Thorsten sah nach unten, da sah er einen kleinen Stoff-Fetzen ungefähr 3 Meter vor der Hütte. Er schwamm zum Grund und zog den verfallenen Stoff-Fetzen aus dem Schlamm. Das grobe Gewebe war alt, doch die Form war sehr gut erhalten: Es war eine kleine Puppe in der Form eines Boronen. Thorsten kannte diese kleine Figur...sie gehörte einem kleinen boronischen Mädchen dass zu Thorstens Zeit in diesem Dorf gelebt hatte. Sie war seine kleine Freundin gewesen und sah ihm gern beim Werken in seiner runden Hütte zu, bis ihre Mutter sie zu sich rief wenn es Zeit zum Essen war. Oft schwamm er mit dem kleinen Mädchen durch das Höhlensystem der Grotte und brachte ihr etwas über die Natur bei, oder er spielte mit ihr Verstecken: Er zählte und sie versteckte sich, wie es kleine Kinder nun einmal taten, eher schlecht und er tat so, als würde er sie nicht finden. Sie war fast wie eine Tochter für ihn gewesen. Er hatte nie selbst eine Familie gegründet, weil er, wenn er sie mit seinen Naniten am Leben halten würde, der gleichen Hölle vom Verlieren von Freunden aussetzen würde. Und wenn sie sich dagegen entschieden hätten, hätte er seine Familie irgendwann verloren. Er erinnerte sich schmerzlich an das kleine boronische Mädchen:"Ssssssuna..." eine Träne lief ihm aus dem rechten Auge und löste sich unbemerkt im Ozean. Dann rief ihn Lasa.
Was machte Thorneos da? Er hatte eben irgendetwas gezischt und sah traurig aus, seine Rückenfinne war eng angelegt."Hey Thorneos! Was machst du da?" Der Teladi sah erschreckt hoch. "Wasss? Oh...ichhhh war gerade in Gedanken vertieft..." "Ja. Ist schon gut. Kommst du mal bitte rüber? Wir brauchen deine Hilfe." "OK...Komme sssschhon." Thorneos schwamm auf sie zu und hielt vor ihr an. "Wasss issst denn?" Lasmios schwamm heran:"Wir haben hier eine ssseltssame Sssteinplatte gefunden, sssieh sssie dir bitte mal an." Thorneos senkte sich bis auf den Boden ab und begutachtete die Platte. Seltsam, diese Platte gab es noch garnicht als Thorsten diesen Ort verlassen hatte. Er scannte den Boden darunter: Eine kleine karge Höhle, künstlich angelegt. Eine kleine Statue stand dort: Sie zeigte das Erdbeben! In einer Struktur, die ihm garnicht gefiel. Doch es hätte viel mehr Verdacht erweckt, wenn er die Platte nicht geöffnet hätte. Der Mechanismus war einfach strukturiert, im Grunde eine Kopie des Tür-Mechanismus den er damals hergestellt hatte. Er drückte eine Ecke der quadratischen Platte herunter, ein runder ornament-verzierter Teller kam nach oben. Als er diesen vorsichtig drehte zog ein Gewicht die Platte zur Seite und man konnte nach unten schwimmen. Lasmios holte eine Taschenlampe und schwamm als erster hinunter.
"Dasssss isssst unglaublichhhhhh....Tshhhhhhh..." Lasmios' Maul klappte auf. Dieser seltsame Schrein zeigte ein ihm aus den Legenden nur zu bekanntes Bild: Eine Katastrophe, anscheinend ein Erdbeben, was durch zahlreiche Spalten im Boden symbolisiert wurde. Aus der Steinplatte, die horizontal den Schrein bildete, waren an einigen Stellen so behauene Formationen die wie herabfallende Felsbrocken aussahen. Unten am Boden waren Boronen, alle waren aus lilanen Edelsteinen geschnitzt und in gleichförmige Vertiefungen gefasst worden. Doch den Kern bildete eine ihm nur zu gut bekannte Gestalt: Eine weiß leuchtende humanoide Figur, im Vergleich zu den Boronen etwa so groß wie ein Argone. Die Figur hatte die Arme ineinander Verschränkt und schwamm über den Boronen. Seine Beine waren eng aneinander gelegt. Anscheinend war die Figur aus einem speziellen Quarz-Kristall gefertigt worden, der damals bei Boronen aufgrund seiner Seltenheit sehr kostbar war. Die Bewohner hatten sich sehr viel Mühe gegeben, diesen Schrein zu erstellen. Doch da war ein Detail, welches nicht gleich ins Auge sprang: Ein Borone war unter einem großen Felsen begraben. Seltsam, ein Opfer...normalerweise gab es keine Opfer wenn diese Lichtgestalt auftauchte. Was hatte das zu bedeuten? Seine Zunge huschte über sein Nasenloch, genau wie bei Thorneos, der direkt hinter ihm in die Luke geschwommen war. Nur Lasa wartete noch oben. Lasmios wollte die Meinung seiner Kollegin hören: "Lasssssssa...komm sssschnell her......dasssss mussssst du ssssssehen!" Vorsichtig schwamm sie herunter und sie sah sich ängstlich um, dann sah sie den prachtvollen Schrein und flippte regelrecht aus. Ein wildes Geklicker kam aus ihrer Kehle und sie wuselte um den Schrein um ihn genauer zu untersuchen. Sie klickerte so aufgeregt, wie er es noch nie gehört hatte, Thorneos sah ihn fragend an und legte den Kopf schief. Lasmios drehte Seine Greifklauen nach oben. So war seine Kollegin nun mal. Er nutzte die Chance um sich den Hohlraum genauer anzusehen: Die Umgebung war karg, nur die aus dem Fels gehauenen Wände waren zu sehen. Keinerlei Wandschmuck? Das passte garnicht zu einem Schrein...dann musste es ein Denkmal sein! Ein Denkmal! Das war es! Und wenn es ein Denkmal war, dann konnte es nicht von einer Legende herrühren, es musste echt sein! Ein Denkmal beruhte so gut wie immer auf realen Ereignissen. "Lasssa, denksssst du wassss ichhh denke?" sie war immer noch mit dem Denkmal beschäftigt "Klick klick klick Was? Oh entschuldige bitte. Was hast du gesagt?" "Ob du denksssst wassss ichhh denke." "Kommt darauf an, was du denkst." "Ichhh denke, dassss dasss ein Denkmal isssst." "Ich glaube auch. Was meinst du Thorneos?" der blaue Teladi war in Gedanken versunken "Hä? Oh ja...ssssscheint ein Denkmal zu sssssein, die Umgebung isssst zssu karg."
Komisch, und das war nicht lustig gemeint. Das war einer der bedeutensten Funde in der Geschichte des Königsreichs und dieser Teladi von Ianamus Zura hatte sich nicht einmal zum Teil so begeistert wie Lasmios oder sie. Zudem war, so wie sie ihren Freund Lasmios kannte, dieses Denkmal in den Augen eines Ianamus Zuras äusserst ästhetisch. Na ja... vielleicht bildete sie sich das auch nur ein. Es konnte ja auch einfach sein, dass Thorneos sich Gedanken über das Denkmal gemacht hatte.
Das war problematisch. Nachdem was Lasa dachte, hatte sie ein gewisses Misstrauen. Er musste etwas sagen, was ihn wieder als Archäologen erscheinen lassen würde, er überprüfte die Scans von dem Denkmal: "Sssseht ihr den zsserquetsssschten Boronen? Der Edelsssstein aussss dem er besssteht issst ein anderer alss der ausss dem die übrigen Figuren gemachhht sssind." Der Stein war kein Rosenquarz wie die anderen Figuren, sondern ein Rubin, bei den Boronen bedeutete er einen Trauer-Anlass.
Das war richtig, der Stein war tatsächlich ein Rubin. Anscheinend war der Tote im Dorf sehr beliebt gewesen. Lasmios ging in Gedanken noch einmal die Legenden durch: In jeder Region, wo die Lichtgestalt massiv aufgetaucht war, hatte es eine besonders beliebte und intelligente Person gegeben. War die Lichtgestalt vielleicht von ihnen angezogen worden? Oder war es gar ein Angehöriger des Alten Volkes, der guten Wesen besonders viel Gutes tat? Lasmios unterhielt sich mit seiner Kollegin. Plötzlich vibrierte das Wasser...nein eigentlich vibrierte die Erde. Immer stärker! Kleine Fels-Brocken regneten von der Decke der Höhle herab. Lasmios war geschockt, seine Stirnschuppe war weiß. Er verfiel in die Schutzstarre. Thorneos nicht. Als ein besonders große Felsplatte sich von der Decke löste, schwamm Thorneos auf ihn zu und schubste ihn zur Luke wo sie eingestiegen waren. Thorneos drehte sich zur Seite und entkam dem Fels nur knapp. Lasa, schwamm quiekend auf Lasmios zu und stieß ihn hinaus aus dem Loch. Sie waren gerettet. Thorneos schoss wie ein Torpedo aus der aufgewirbelten Dreckwolke, zahlreiche Dreckschleier hingen an ihm wie Schlingpflanzen. Lasmios stotterte wegen der Starre: "Wieee...tsh...hast du dassss....gemachhhht." Thorneos antwortete:"Was? Ohh ichhhh...tshhh" er erstarrte und sank auf den Grund, seine Stirnschuppe war leichenblass. "Lasssa...bring ihn zssu der Luftblassse, sssonsst ertrinkt er nochhh." Lasa tat wie ihr geheissen, fünf Mizuras später wachte Thorneos auf und sagte er würde sich an nichts erinnern seitdem das Wasser gezittert hatte. Eine Schockreaktion.
Mist!!! Seit Jahrhunderten war hier keine tektonische Aktivität und ausgerechnet heute gab es urplötzlich ohne Anzeichen einen starken Erdstoss. Thorsten hatte die beiden zwar gerettet, aber er hätte sich beinahe verraten. Er hatte, aus seiner Sicht, mit einer Sekunde eine Ewigkeit zum überlegen. Was immer er auch bedachte, er musste die beiden retten, auf diese Weise. Hätte er seine Naniten, wenn auch getarnt, eingesetzt, hätten sie irgendwas bemerkt. Also musste Thorsten eine Schockreaktion vortäuschen. Er hatte seinen Kreislauf runtergefahren und seine Stirnschuppe erbleichen lassen, auch wenn er nicht eine Sekunde Angst gehabt hatte. Doch eins machte ihm viel mehr Sorgen: Ein schwaches Leuchten, das durch einen dünnen Fels-Tunnel kam, hatte er schon bemerkt. Die Anderen würden es auch bemerken sobald sie sich von dem Schock erholt hatten. Na egal, sie würden ihren Jahrhundert-Fund haben, auch wenn niemand anderes von ihm erfahren würde.
Es war einer seiner alten Ruhe-Räume: Ein getarnter Hohlraum im Fels, der vor Sonar-Sensoren getarnt war. Bisher war er auch gut geschützt, denn ausser Thorsten gab es auf diesem Planeten niemanden der durch Fels gehen konnte. Das Leuchten des Raumes rührte von der sub-atomaren Beschaffung des Materials und der Maschinen her, die bei ihren Funktionen Licht besonders stark abstrahlten. Thorsten hatte auf jedem Planeten den er kannte einen solchen Ruhe-Raum, so eine Art ruhiges Ferienhaus. Die Maschinen in den Wänden der Räume waren dazu gedacht, Thorsten eine Umgebung zu schaffen, die ihm auch ohne nanotechnische Anpassungen gefiel. Man ging nach dem Schock schlafen um sich zu erholen.
Der nächste Morgen war angebrochen, alle hatten sich beruhigt. Was war das? Lasa sah auf das schwache Leuchten, sie schwamm heran um durch den Fels-Spalt zu sehen. Das Licht war hell und wunderschön. Es waren aber keine Kristalle, die Oberfläche war glatt und nicht transparent. Sie wendete sich an ihren Freund, der sich mittlerweile wieder erholt hatte "Lasmios, siehst du das auch?" "Jjjj...Ja...ts" "Hol mal den Resonanz-Bohrer, wir werden den Fels wegbohren." Eine Quazura später standen sie vor der weißen Wand. Keine Oberflächenstruktur. Nur glattes weißes Material, das behäbig strahlte.
Na gut, Thorsten wieß die Maschinen in der Wand über seine Nano-Bots darauf an, einen Durchgang zu öffnen. Alles Funktionierte.
Lasa sah auf die Anzeige des Gerätes, welches das Alter von Objekten anhand der Grundstrahlung der Umgebung analysierte, wie lange das Objekt schon in dessen Nähe war. Sie konnte es nicht glauben: Das Objekt war um die 450 Jazuras alt! Als sie den Alters-Scanner auf das Objekt selbst richtete, fand dieser keine Materie. Plötzlich hörte sie ein leises Zischen, sie sah auf die Quelle des Geräuschs: In der Wand öffnete sich ein quadratisches Loch, welches sich immer mehr vergrößerte: Es war eine Tür. In der Tür spannte sich ein seltsames Energiefeld: Es fühlte sich fast wie eine Plastikfolie an, es gewährte ihr keinen Durchgang. Lasmios war neben ihr, sein Maul stand weit offen. Beide betasteten das Energiefeld. Das Wasser zitterte erneut.
Showtime! Der Erdstoss kam genau zur rechten Zeit. Thorsten liess ein paar große Felsen zwischen sich, Lasmios, Lasa und die neun anderen fallen. Die drei waren nun von den Anderen abgeschottet, verschüttet. Thorsten liess den Raum die Struktur des Feldes verändern, indem er ihm durch die Naniten die entsprechenden Daten übermittelte. Als Lasmios und Lasa sich von dem Geröllhaufen wegdrängten, tat Thorsten dies zum Schein auch. Alle drei schwammen durch das Feld in den trockenen Raum. Lasa viel platschend zu Boden und quiekte panisch, als sie keine Luft mehr bekam. Eine kleine Maschine übernahm die Versorgung der Boronin: Ein kegelförmiger Strahl ging von der Decke aus dem molekül-großen Gerät aus, der Lasa einhüllte. Kleine glitzernde Tropfen aus Wasser bildeten sich in der Luft um Lasa, sie drehte sich angserfüllt im Kreis als die Maschine sie durch einen blauen Lichtstrahl anhob und die Tropfen in einem wilden Schauspiel um sie tanzten. Dann sammelten die Tropfen sich an der Boronin und formten eine Haut aus Wasser, die langsame Wellen schlug, um sie. Sie atmete, panisch, aber sie atmete. Das Licht hüllte sie noch immer ein. So etwas hatten die beiden noch nie gesehen.
Lasmios sah sich panisch um, sie waren in diesem seltsamen Raum gefangen, die Wand hatte sich geschlossen als sie durch das Feld gefallen waren. Alles erstrahlte in einem weißen, fast sakralen Licht. "Wassss isst dasss hier für ein Ort?" Lasa sah ihn aufgeregt an, der Lichtkegel um sie war langsam am verblassen, die Haut aus Wasser blieb um sie herum "Ich weiß es nicht..." Thorneos drehte sich zu den beiden um, mit einem klaren Gesichtsausdruck, er wirkte total ruhig:"Dasss issst ein Ruhe-Raum." Lasa sah ihn an "Woher willst du das wissen?" Er sah die beiden immer noch ruhig an "Ihr habt mir eine Menge Kopfzsserbrechhhen bereitet." "Wovon redesst du?" Lasmios war beunruhigt. "Wisst ihr, beinahe tausend Jahre habe ich schon in diesem Universum gelebt und ihr beiden seit erst die Zweiten die mich gefunden haben. Das andere waren Polizisten." Lasa klickte beunruhigt "Uuuuiiiiik...Was willst du damit sagen? Was ist mit dir?" "Ihr habt so lange nach mir gesucht und versteht es immer noch nicht." Thorneos begann zu leuchten: Weiß! Er streckte seine Arme ab und hob sich rund eine Länge in die Höhe. Auren aus weißem Licht umschlungen sanft seinen Körper. Er wuchs, mann konnte keine Details erkennen, doch er nahm die Form eines Humanoiden an. Das Leuchten versank in seinem Körper, Lasa und Lasmios sahen gebannt auf das Geschehen, als Licht in tosenden Strahlen in Kreisen um ihn schoss und dann in seinen Körper eindrang. Als das Leuchten verblasst war, stand vor ihnen ein Argone in einem blauen Hemd und mit schwarzen Jeans. "Wa...wassss...Eiersalat." "Ihr seit meine Gäste. Kann ich euch etwas anbieten?" "Was... uik klick klick... bist du?" Er sah die beiden an "Nun gut, ihr habt so lange nach mir gesucht und wart recht erfolgreich, daher gebe ich euch ein paar Informationen: Mein richtiger Name ist Thorsten Kemmrich. Ich bin nun 947 Jahre in diesem Universum existent und meines Zeichens Terraner." "947 Jahre? Terraner?" Lasa sah ungläubig auf den Menschen. "Wassss hat dasss zsu bedeuten?" Thorsten sah ihn an:"Ich bin das was ihr so lange gesucht habt. Ich gehöre nicht zum alten Volk. Meine Taten folgen mir durch die Zeit als Mythen und Legenden. Ihr habt diese Legenden verknüpft und mich so auf euch aufmerksam gemacht." "Aber woher die vielen Legenden? Diesssser Raum?" "Nun, als ich nach dem Xenon-Krieg auf der Erde beim Wiederaufbau geholfen hatte, hatte ich mich entschlossen die anderen hochentwickelten Völker im Universum zu erforschen. Ich nahm verschiedene Identitäten und Gestalten an und lebte unter euren Völkern, den Split und den Paraniden. Falls ihr ein Beispiel wollt, der zerquetschte Borone auf dem Denkmal war eine Kopie meines Boronen-Körpers. Ich war auch Thorneos Kemmriples I auf deiner Liste Lasmios, bevor ich sie verändert habe." "Aber warum versteckst du dich, warum hilfst du nicht?" Lasa sah ihn an. Er sah traurig zurück "Ich habe über die Jahrhunderte viele Kriege und viel Leiden gesehen. Ich konnte den Schmerz der Wesen nicht ertragen. Deswegen bremse ich die technische Entwicklung um die soziale Entwicklung den technischen Stand einholen zu lassen. In der Hoffnung, dass die Völker irgendwann friedlich miteinander Leben und ein Zeitalter von nie gekanntem Fortschritt einläuten. Wenn das jemand herausfinden würde, gäbe es eine enorme Katastrophe. Alle Wesen der Milchstraße wären hinter mir her und würden in kriegerischer Absicht Waffen und Schiffe entwickeln mit denen sie sich im Grunde nur gegenseitig umbringen werden." "Du bremst die technische Entwicklung? Aber wie?!" "Ich suche Wissenschaftler mit gefährlichen Erfindungen auf und biete ihnen Dinge an, die nur ich ihnen geben kann. Dafür geben sie ihr Geheimnis nicht Preis. Manche kommen auch auf meinen Planeten mit." "Deinen Planeten?" "Ja, ich habe Vieles, was ihr euch nicht vorstellen könnt. So zum Beispiel dieser Raum." "Aber woher sssstammen all die Legenden?" "Wann immer ich großes Leid sah, habe ich geholfen, mal im Geheimen, mal als leuchtende Gestalt." "Und was hast du mit uns vor? Willst du uns...uiiik klick klick klick...töten?!" "Zwei Dinge sind meine Möglichkeiten: Erstens: Ich biete euch an, mit mir in meine Gemeinschaft zu kommen, wir können immer Leute gebrauchen. Die zweite Option, die mir nicht so gefällt, ist, dass ich all die Beweise für meine Existenz auslösche. Ihr wäret ruiniert in eurer These, ihr könntet sie nie beweisen." "Was haben wir denn für eine Wahl? Wir haben immer nach dir gesucht und nun haben wir dich gefunden. Und du hast bei weitem alles übertroffen was wir uns vorgestellt haben. Und Lasmios? Was meinst du?" "Ichhh bin deiner Meinung. Wenn wir hier bleiben, dann verpasssssen wir dassss, wasss wir unsssser ganzssessss Leben gesuchhht haben." "Es freut mich das zu hören ihr beiden. Dann wird es jetzt Zeit, dass wir meine anderen Gäste abholen." "Aber wird man uns nicht suchen? Wenn wir spurlos verschwinden ist das doch viel zu aufsehenerregend."
Thorsten sah die kleine Boronin an, er hatte schon lange einen Plan dafür, dieser hatte schon oft funktioniert. Thorsten las die Gen-Struktur der beiden aus und formte tote Klone der beiden. Sie sahen erschreckt auf die leblosen Körper. "Wassss hat dasss zssu bedeuten?" "Das sind Klone von euch, sie leben zwar nicht, entsprechen euch aber bis auf den Spin der Elektronen in eurem Körper." "Was hast du mit ihnen vor?" "Ich werde sie von einem Erdrutsch zerquetschen lassen. So wie ich dieses Dorf verlassen habe." "Aber was ist mit unseren Eltern und Geschwistern? Sie werden uns vermissen." "Ihr könnt sie jederzeit besuchen, glaubt mir, wenn sie euch wiedersehen und ihr ihnen sagt, dass sie niemandem von euch erzählen sollen, dann werden sie das auch nicht. Allein schon um euch wiedersehen zu können." "Ah ha...und dieser Raum?" "Keine Sorge, niemand wird ihn sehen oder berühren konnen wenn er sich phasenverschiebt." "Phasssenverssschhiebt?!" "Ich zeige dir was ich meine." Thorsten verschob sich selbst in eine andere Phase. Die beiden Archäologen sahen erschrocken auf den Fleck wo er noch immer stand, nur sehen konnten sie ihn nicht mehr. Er ging zwischen die beiden und hob die Phasenverschiebung auf, wieder erschraken die beiden. Er befahl nun dem Raum, sich ebenfalls in der Phase zu verschieben. Der Raum war nun unsichtbar und wie seine Insassen für alles durchdringbar. Thorsten liess Kristalle an den Wänden wachsen, wo vorher der Raum war, dann setzte er die beiden Klone an ein paar Kristalle und liess die Decke einstürzen. Die Körper wurden zerquetscht. Die beiden Archäologen versuchten kreischend den herabstürzenden Felsen auszuweichen, doch als sie merkten dass diese einfach durch sie hindurchglitten, beruhigten sie sich langsam. "Nun meine Freunde, es ist Zeit dass wir uns mit den anderen treffen." Thorsten iniziierte das Sprungfeld und weitete es auf den Teladi und die Boronin aus. Mit einem blauen Blitz den niemand sehen konnte verschwanden sie dort. Nanosekunden darauf tauchten sie in einem getarnten Schiff in Wolkenbasis Süd West auf. Lasmios und Lasa sahen sich um, ihr Blick fiel auf den Khaak und die beiden Xenon, sie schrien und hefteten sich an Thorsten, Lasa noch immer von der Wasserhaut umgeben. Thorsten musste schmunzeln:"He ihr beiden da unten, die werden euch nichts tun, sie sind meine Gäste wie ihr. Darf ich vorstellen: Der weibliche Roboter ist Gaia/43-5, der männliche ist Noa/27-4. Und der Khaak da drüben...hast du dich mittlerweile für einen Namen entschieden?" Der Khaak sah ihn an, der Neuro-Übersetzer blinkte:"Ich möchte Beetle heissen." "Na gut, ein bisschen nahe an der Realität, aber darauf muss man erstmal kommen. Dann darf ich euch auch Beetle vorstellen." Noa richtete sich auf und näherte sich den beiden Neuankömmlingen, ebenso Gaia. Noa ergriff das Wort:"Im Namen für unsere unbewussten Artgenossen möchten wir uns für die Jahre des Todes an euren Völkern entschuldigen." Die beiden kleinen Wesen an seinen Beinen lösten sich langsam, dann begann Lasa zu sprechen:"Mein Name ist Lasa Na. Ihr habt wirklich das Bewusstsein erlangt? Ihr seit euch eurer bewusst?" Die beiden Maschinen antworteten im Chor "Positiv." Lasmios näherte sich jetzt auch zaghaft:"Mein...mein Name isssst Lassssmiosss Nupillossss II. Ichh...ichhhh freue michhh euchhh kennenzssulernen." Beetle kroch auf die beiden zu, sein Schnabel bewegte sich und ein Krächtzen drang herraus, doch die verständlichen Worte kamen aus dem Übersetzer an seinem Kopf:"Ich freue mich auch euch kennenzulernen."
Thorsten drängte sich etwas in die kleine Fünfer-Runde:"Und, Noa, Gaia und Beetle? Habt ihr schon herrausfinden können was euch gefällt?" Gaia näherte sich Thorsten mit leisem Surren ihrer Bein-Motoren:"Botanik finde ich...schön. Natur im allgemeinen, aber auch Technologie." Thorsten freute sich über ein weiteres naturliebendes Wesen und fragte weiter "Hast du noch mehr vorlieben entdeckt?" Gaias Mund-Platte hob sich, ein Mimik-Equivalent zum menschlichen Lächeln:"Malerei!" Thorsten beglückwünschte sie:"Das freut mich für dich, da wirst du in der Gemeinschaft viele Motive haben. Und du Noa?" "Ich interessiere mich für Technologie, Geologie, Edelsteine somit auch, Musik, Biologie und Natur...auch Physik." "Na da hast du ja eine Menge herrausgefunden, das freut mich für dich. Und du Beetle?" "Mir hat es das Kochen angetan, ebenso Natur, Astrologie, Technologie und Aerodynamik." "Wow, ihr drei habt ja alle ziemlich viel über euren neuen Charakter erfahren. Dann wollen wir mal Simaneas abholen. Unsere zweite Echse." Thorsten zwinkerte Lasmios zu, in dem Wissen, dass Simaneas nach der Heilung ihrer Verletzungen wieder das Aussehen eines teladianischen Models hatte "Ich glaube sie wird dir gefallen mein Freund." Lasmios sah ihn verdutzt an, doch dann verschwand das Schiff in einem unsichtbaren blauen Blitz, um dann im PTNI-Hauptquartier aufzutauchen. Thorsten sah sich noch einmal Lasmios an, der kleine sah ihn immer noch verdutzt ins Gesicht. Thorsten musterte ihn: Starke Muskulatur im gesamten Körper, starke Krallen, ein durchdringendes Farb-Kleid in verschiedenen Gelb- und Grün-Tönen, hellorangene Augen, ein geregeltes Schuppenmuster, starke Kieferknochen...kurzum: Er zählte auch nicht zu den vom Aussehen her durchschnittlichen Teladi. Nach 947 Jahren hatte Thorsten es langsam im Gefühl, ob sich eine Beziehung entwickeln konnte, und die beiden waren vom ersten Eindruck her schon äusserst viel versprechend. Er schmunzelte kurz, dann verschwand Thorsten in einem blauen Blitz Richtung Simaneas' Haus.