moako wrote: Mon, 22. Sep 25, 13:44
Vielleicht müsste ich noch erwähnen, dass eine SATA-SSD und eine NVMe-SSD eigentlich das gleiche ist, entsprechend wäre es in der Tat komisch, wenn es hier einen merklichen Unterschied gibt.
Entscheidend ist jedoch, dass man eine SATA-SSD am SATA Anschluss anschliesst und eine NVMe-SSD an einem NVMe Anschluss anschliesst und daher gibt es einen extrem hohen Geschwindigkeitsunterschied.
Ähm ... Erst mal ist wichtig, das SATA sich auf drei Dinge beziehen kann.
1. Den Port
2. Die Steckverbindung für den elektrischen Strom.
3. Das Protokoll.
Beim ersten kann man ausschließlich SATA-SSDs anschließen, es ist nicht mit NVMe kompatibel.
Beim zweiten ist selbstverständlich, das es mit der Leistungsfähigkeit nichts zu tun hat, und nur dazu dient elektrischen Strom zu übertragen damit das Gerät arbeiten kann.
Das Protokoll ist nicht an den SATA-Port gebunden. Es dient nur dazu, das Controller und Festplatte / Laufwerk miteinander kommunizieren können, aber es betrifft auch die interne Verwaltung der Festplatte.
Das SATA-Protokoll wurde eigentlich für HDDs und optische Laufwerke entwickelt.
Am SATA-Port schließt man die "großen" (nicht bezogen auf die Kapazität) SSDs mit eigenem Gehäuse (üblicherweise 2,5") an, die Ähnlichkeiten mit HDDs haben, und mittels Kabel mit Mainboard und Netzteil verbunden werden. Wie eben schon genannt, kann man daran keine NVMe SSDs anschließen.
Wie hoch der Geschwindigkeitsunterschied genau ist hängt natürlich stark von der Ausstattung der SATA und NVMe Anschlusses ab. Aber der Unterschied ist erheblich. Es kann locker das mehrfache sein.
Vorweg: Es gibt kein NVMe-Anschluss, NVMe bezeichnet ausschließlich das Protokoll.
Man unterscheidet zwischen SATA und M.2.
Exotische Anschlüsse die sich nicht durchsetzten, oder die man nur im Server-Umfeld findet, lassen wir dabei mal außen vor.
NVMe setzen grundsätzlich ein M.2-Port voraus, dort werden diese kleinen "Kärtchen", ohne Gehäuse, direkt auf Mainboard gesteckt, es braucht kein Kabel. Hier entscheidet der Hersteller des Mainboards, ob dieser Port als Protokoll nur NVMe, SATA, oder beides Unterstützt. Nur SATA ist die Ausnahme, und war meist auch nur bei einem 3. oder 4. M.2 auf dem Mainboard anzutreffen. Inzwischen praktisch gar nicht mehr.
Ja, der Anschluss hat Einfluss.
Bei SATA gibts da 3 Ausbaustufen, inoffiziell als 1, 2 und 3 bezeichnet, das sind 1,5 Gbit/s, 3,0 Gbit/s und 6,0 Gbit/s (=750 MB/s).
Bei M.2 wird für die Verbindung auf PCIe gesetzt, und dementsprechend kann es theoretisch bei 1.0 anfangen, aber die ersten M.2 kamen erst, als PCIe 2.0 bereits etabliert war.
Mit jeder PCIe Version wird die theoretisch erreichbare Übertragungsrate verdoppelt - aktuell wären das bei PCIe 5.0 effektiv ~3,9 GB/s je Lane (4 GB/s mit Overhead), M.2 sind mit bis 4 Lanes angebunden.
Eine M.2-SATA-SSD profitiert jedoch nicht von einer höheren PCIe Version, und auch nicht von zusätzlichen Lanes, die bleibt auf die max. 6.0 Gb/s begrenzt - zumindest ist mir kein Modell bekannt, das höhere Übertragungsraten erreichte als ein SATA-Modell am SATA-Port, vermutlich weil man einfach die relevanten Bauteile übernahm, anstatt neue zu entwickeln.
Effektiv kann man diese theoretischen Übertragungsraten nicht erreichen, nur möglichst nahe herankommen.
Die besten SATA-SSDs erreichen ~560 MB/s.
Bei NVMe dauert es auch immer eine weile, bis der Bestwert einer neuen PCIe Version erreicht wird. Während bspw. die besten PCIe 4.0 SSDs ~7,8 GB/s erreichen, schafften die ersten PCIe 5.0 SSDs ~10 GB/s, obwohl ~15,7 GB/s möglich wären. Die aktuell besten PCIe 5.0 SSDs sind bei etwas >14 GB/s. Dabei hängt es aber auch vom restlichen System - Mainboard und v.a. CPU, weil dort der Controller sitzt - ab, nicht mit jedem werden die Höchstwerte erreicht.
Grundsätzlich ist es natürlich eine Frage der Ausstattung des gesamten Systems. Der Bottelneck entsteht immer beim schwächsten Glied.
Wie ich jedoch schon oben geschrieben habe ist es eine Frage des Anschlusses, da mein System über einen zeitgemässen CPU, RAM und GPU verfügt.
Jedoch ist eine SATA Festplatte nicht mehr wirklich zeitgemäss und eine SSD-Festplatte an ein SATA oder auch USB Anschluss anzuhängen ist nicht wirklich zu empfehlen.
Zeitgemäß ist keine wirkliche Aussage. Es gibt nicht nur neue High-End-Modelle, sondern auch kommen immer mal wieder neue Low-End-Modelle, die sind dann auch Zeitgemäß, hinken bei der Leistung trotzdem hinterher.
Auch bei SSDs gibts abseits von SATA oder NVMe noch Unterschiede, die sich direkt auf die Leistung auswirken. Dadurch ist es Möglich, das Modell A besser ist als Modell B. Selbst wenn beide aus identischen Bauteilen bestehen, denn auch die Firmware (Software des Geräte) hat Einfluss auf die Leistung.
Für die
Ladezeiten ist es weit weniger wichtig ob die SSD SATA oder NVMe nutzt. Es macht auch kein nennenswerten Unterschied ob PCIe 2.0 oder PCIe 5.0, denn dies ist dabei
nicht der Flaschenhals.
Es gibt gute SATA-SSDs, die auch einer aktuellen NVMe-SSD - sprich: PCIe 5.0 - bei den
Ladezeiten nicht hinterherhinkt, trotzdem bei der maximalen Übertragungsrate diese beiden Modelle Welten trennen.
Eine PCIe SSD - vor allem 5.0 - bringt dann ein Vorteil, wenn man sehr, sehr Große Datenmengen am Stück übertragen muss. Die Datenmengen die beim Laden eines Spiels, eines Spielstandes oder während eines Spiels anfallen, sind nicht groß genug, als das es einen spürbaren Unterschied ausmachen würde. Vor allem, weil die Daten auch erst noch entpackt werden müssen, bevor sie verwendbar sind. Das Entpacken ist Aufgabe der CPU, und zum Zwischenspeichern wird dabei der RAM genutzt.
Bei einem reinen Spiele-PC, ist man
mit einer guten SATA-SSD noch immer gut dabei, weshalb es unnötig ist eine eine NVMe-SSD bei den Systemanforderungen zu empfehlen. Nur weil die NVMe-SSDs inzwischen nicht mehr teurer als SATA sind, spricht nichts mehr für SATA-SSDs. Es ist natürlich auch toll, wenn man hin und wieder ein paar Sekunden beim Übertragen /kopieren von großen Datenmengen einsparen kann.
Ladezeiten bei einer über USB angebundenen SSD sind mir gerade nicht bekannt, aber ich bezweifle das dies ein großen Unterschied machen würde. Intern arbeiten die USB-SSDs auch nur mittels SATA oder NVMe. Im Gehäuse der externen SSD ist entweder ein SATA-Port (dann meist auch für HDDs geeignet), und folglich zwingend SATA, oder ein M.2 (nicht für HDDs geeignet), dann kann es als Protokoll NVMe oder SATA sein, je nachdem was der Hersteller des Gehäuses des Externen Festplattengehäuses gewählt hat, evtl. wird beides unterstützt. USB dient nur zur Anbindung an, und Kommunikation mit dem Computer - oder einem anderen Gerät mit USB-Port das zudem externe Datenträger verwalten kann.
In jedem Fall gibts längst USB-SSDs die höhere Übertragungsraten erreichen als SATA. Mit USB4v2 sind gar 80 Gbit/s möglich, das sollte genügen das eine top PCIe 4.0 SSD nicht ausgebremst wird - fehlt aber noch an entsprechenden Geräten die es Unterstützen.
Aktuelle CPUs haben auch einen USB-Controller integriert, oder aber dieser ist direkt an die CPU angebunden, es gibt also kein großen Umweg - wenn man auch ein entsprechenden USB-Port nutzt, denn nicht alle sind an / über die CPU angebunden.
Anders als noch bei HDDs, sollte man kein großen Nachteil haben, wenn man ein Spiel von einer externen SSD spielt.
Was vielleicht noch zu erwähnen wäre ist, dass die RAM und der NVMe Anschluss einen direkten Zusammenhang haben.
Der Anteil hier ist als mindestens gleichwertig zu betrachten.
Der einzige direkte Zusammenhang ist, das beide Controller - vom RAM und dem SSD-Anschluss (egal ob nun SATA oder NVMe) - in der CPU sitzen. Außer in Ausnahmefälle - die für einen Spiele-PC nicht ideal sind - wird spätestens ab dem dritten M.2 aber noch der Chipsatz des Mainboards dazwischen geschaltet, häufig jedoch schon ab dem zweiten M.2.
Wobei es Mainboards gibt, die ein zusätzlichen SATA-Controller verbauen, der ist dann aber meist auch direkt an die CPU angeschlossen, selten über den Chipsatz.
Hier noch ein Test, der zeigt das ich mir das nicht aus den Fingern sauge. Interessant sind hier die Benchmarks "
Loading Times (FFXIV Stormblood)" und "
Loading Times (FFXIV Endwalker)", dort sieht man die tatsächlichen Ladezeiten in Sekunden. Die meisten dort aufgeführten SSDs nutzen NVMe, über PCIe von 3.0 bis 5.0, es gibt aber auch zwei SATA-Modelle, ein "Negativ-Beispiel" (
Kioxia Exceria SATA) und ein Positiv-Beispiel (
Crucial MX 500), beide SATA-Modelle setzen auf SATA3 alias SATA-6-Gbit/s.
https://www.pcgameshardware.de/SSD-Hard ... 1441780/2/