Bilanz/BWA 2014

Alles was nichts mit Egosoft oder den X Spielen zu tun hat gehört hier rein.

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majstealth
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Bilanz/BWA 2014

Post by majstealth » Wed, 12. Dec 18, 04:04

was hat Egosoft eigentlich im Jahr 2014 mit 1 Million angefangen? und mit der 3/4 Million in 2015?

nicht dass es mich persönlich viel anginge, aber da wird einem doch etwas klar, warum Egosoft die titel so released wie sie es tun - weil sie müssen...

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JSDD
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Re: Bilanz/BWA 2014

Post by JSDD » Wed, 12. Dec 18, 09:52

majstealth wrote:
Wed, 12. Dec 18, 04:04
was hat Egosoft eigentlich im Jahr 2014 mit 1 Million angefangen? und mit der 3/4 Million in 2015?
... mal wild drauf loßgeraten:
löhne zahlen, miete zahlen, strom zahlen, pizza zahlen (? ;)), ggf pc upgrades zahlen, lizenzen vielleicht noch ...
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majstealth
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Re: Bilanz/BWA 2014

Post by majstealth » Wed, 12. Dec 18, 19:13

löhne, miete, strom -kosten hat man aber auch in den jahren in denen der wert der firma nur 500k war/ist, hardware und lizenzen würde nur vom bankkonto in die anlagen wandern, aber nicht vollkommen verschwinden

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arragon0815
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Re: Bilanz/BWA 2014

Post by arragon0815 » Thu, 13. Dec 18, 00:59

Kekse bezahlen...
..und der Keksbestand im HQ ist drastisch gestiegen = Wertsteigerung :wink:
(Hast Du einen Lino im Haus, gehen die Kekse nie aus...)

...außerdem ist EGO unabhängig geworden und kann ohne Publisher releasen, was immer das für Auswirkungen auf den Wert von EGO hat, wenn man wohl weniger Schulden an einen Publisher zurückzahlen muss...
V A G A B U N D(Klick mich)
Die Filme zum Spiel

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Re: 4.Players.de Review - 33% Mangelhaft

Post by D.J.C. » Sat, 15. Dec 18, 14:25

Was ich auch interessant finde, ist das XR eine Spielerspitze von 14.664 bei Steam hatte, das war beim Release.
Nun sollte X4 ja der große Wurf werden, da sind wir den jetzt bei 15.074 bei Steam plus ein paar GOG Spieler.
Also so richtig von der Stelle komm Egosoft da nicht wirklich, da muss man sich doch fragen wie
lange sich das wirtschaftlich noch trägt.

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bogatzky
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Re: Bilanz/BWA 2014

Post by bogatzky » Sat, 15. Dec 18, 14:35

Beitrag verschoben, da er mit einer konkreten Spielbewertung nun gar nichts zu tun hat.
Menschen. Das Böse daran ist das Dumme darin!

majstealth
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Re: Bilanz/BWA 2014

Post by majstealth » Sat, 15. Dec 18, 16:04

bogatzky wrote:
Sat, 15. Dec 18, 14:35
Beitrag verschoben, da er mit einer konkreten Spielbewertung nun gar nichts zu tun hat.
hast du einblicke? ich fände es absolut traurig wenn egosoft untergeht, aber X4 ist auch 2 wochen nach release nicht in einem realease-fähigen-zustand

Shagrath912
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Re: Bilanz/BWA 2014

Post by Shagrath912 » Thu, 10. Jan 19, 22:04

Hallo zusammen,

es ist schon interessant wenn man sich die Bilanzen der letzten Jahre von Egosoft so anschaut. Die letzte Bilanz, die veröffentlicht wurde ist aus 2016 per 31.12. (https://www.bundesanzeiger.de - im Suchfeld rechts mittig "EGOSOFT" eingeben).

Anhand der Bilanzen kann man schön sehen wie der Verlauf so war:
In 2013 ist Rebirth veröffentlicht worden. Hier hat EGOsoft (EGO) einen schönen Jahresgewinn von 804.714,40 EUR verbucht. Für ein so kleines Unternehmen nicht schlecht wie ich finde. Im Vorjahr hat man auch einen Gewinn verbucht und zwar i.H.v. 71.373,26 EUR. Der Gewinn von 2013 wurde soweit ich das erkennen kann fast vollständig in den Gewinnvortrag eingestellt (wurde also nicht - wie bei vielen anderen Kapitalgesellschften üblich - zum größten Teil als Dividende an die Gesellschafter/Aktionäre ausgeschüttet). Das Geld bleib im Unternehmen. Was auch noch auffällt sind die hohen Verbindlichkeiten in diesem Jahr. Das ist dann möglichwerweise der Publisher, der noch Ansprüche an Egosoft hat.

Nach 2013 ist allerdings schluß mit Gewinnen, im Jahr 2014 wird ein Verlust verbucht von -191.096,13 EUR. In diesem Jahr fällt auf, das noch eine große Rückstellung gebildet wurde, aber die Verbindlichkeiten stark zurückgefahren wurden. Rückstellungen werden gebildet wenn eine Zahlung in ungewisser höhe sehr wahrscheinlich geleistet werden muss z.B. ein Rechtsstreit, den man droht zu verlieren man aber das außmaß der (Geld-)strafe noch nicht kennt. Gut möglich das hier ebenfalls eine Streitigkeit mit dem Publisher dahintersteht.

2015 ist ebenfalls ein Verlust ausgewiesen i.H.v. -204.694,24 EUR. Die Rückstellung wurde aufgelöst und die Verbindlichkeiten sind weiter gesunken. Insofern vermute ich das man sich nun abschließend mit dem Publisher (DeepSilver?) geiningt hat.

2016 wurde der größte Jahresverlust im betrachteten Zeitraum ermittelt. Ganze -308.323,48 EUR betrug der Verlust. In diesem Jahr ist die Bilanzsumme auch nur noch 539.331,01 EUR, das entspricht fast dem Wert 2012, dem Jahr vor dem Rebirth Release. Da nach 2016 noch keine Bilanz veröffentlicht wurde kann man über die weiteren Zahlen nur spekulieren.

Gehen wir davon aus, das weiterhin keine Gewinne verbucht werden konnten - wird sich der Verlust wohl logischerweise weiter fortgesetzt haben. Das ist höchstwahrscheinlich der Fall für das Geschäfstsjahr 2017 und auch 2018. Unterstellt man nun einen Verlust der dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2014 entspricht wären wir bei einer Größenordnung von -234.704,62 EUR pro Geschäfstsjahr. Nimmt man weiterhin das noch verbleibende EIgenkapital von 2016 (489.520,80 EUR) als Ausgangswert, ist es rein rechnerisch am ende von 2018 fast komplett aufgebraucht (489.520,80 EUR abzgl. (2 x 234.704,62 EUR = 469.409,23 EUR) = 20.111,57 EUR.

Insofern hatte EGOSOFT am ende des Jahres 2018 aus meiner Sicht nur folgende Möglichkeiten:
1. Eine Publisher Suchen, der einen Vorschuss auf das Projekt X4 gibt um sich Zeit zu erkaufen um das polishing des Spiels zu beenden und ggf. noch ein Jahr oder ein halbes Jahr weiter zu entwickeln. Herausforderung: Publisher wollen mitverdienen und verlangen ggf. zusätzliche Sicherheiten oder zugeständnisse des Entwicklers. Man begibt sich in eine gewisse Abhänigkeit und hat ggf. in der Vergangenheit schlechte erfahreungen gemacht. Möglicherweise ist es auch schwer sozusagen in letzter MInute noch einen Publisher zu finden der willens ist einem unter die Arme zu greifen, was die eigene (Verhandlungs-)Position zusätzlich schwächt.

2. Einen Bankkredit aufnehmen um das gleiche wie oben erwähnt durchzuführen. Ähnliches Problem wie oben mit der zusätzlichen Herausforderung das eine Universalbank ggf. die Hausbank möglicherweise noch schlechter das Geschäftsmodell versteht, was EGOSOFT hat und weitere Sicherheiten auch von den Geschäftsführern und Gesellschftern erwartet.

3. Kickstarter bzw. Crowdfunding. Hierzu braucht man ein schlüssiges Konzept was auch (also das Konzept zur KS Kampagne) eine längere entwicklungszeit benötigt. Zusätzlich muss man wesentlich transparenter sein, da die Backer regelmäßige Reports und Status Updates erwaten ("normale" Kunden erwarten das sicher im Vorfeld auch, aber die haben dann noch kein Geld "ausgegeben" und der Druck ist daher ggf. noch nicht so hoch).

4. Early Access, das für und wieder dieser FInanzierungsform wurde schon 1000 mal diskutiert und daher werde ich hierzu nicht mehr Schreiben.

5. Ein "Voll" Release als fertige Version von dem was man zum Zeitpunkt hat. Man kann sich jetzt - wie auch hier im Forum schon an anderer Stelle 100x geschehen - trefflich darüber Streiten ob das eine gute Idee war oder nicht. Daher will ich das hier auch nicht vertiefen.

Mein persönliches Verständnis ist aber das ende 2018 akuter Handlungsbedarf bestand eine der oben genannten (oder ggf. noch andere nicht aufgeführte) optionen zu wählen um endlich wieder Geld in die Kassen zu bekommen. Meiner bescheidenen Meinung nach wäre die Alternative die Insolvenz gewesen.

Wenn absehbar ist, dass ich nur noch ein oder zwei Monate die Gehälter zahlen kann und ich ggf. auch noch Weihnachtsgeld auszahlen will (denkt mal an euch selbst, erwartet oder bekommt Ihr Weihnachtsgeld von eurem Arbeitgeber?), dann muss ich nach der Insolenzordnung Insolvenz anmelden. Und ab dem Zeitpunkt beginnt ein langwieriges Verfahren wo du als Unternehmer das Heft nicht mehr in der Hand hast. Das war sicher die am wenigsten gewünschte Option.

Nachtrag 11.01.2019:
Man kann natürlich ohne eine Gewinn und Verlustrechnung und eine Cash-Flow-Rechnung schwierig weitere Analysen anstellen. Es ist z.B. rein von den Bilanzzahlen schwer zu sagen wie viel Gelder von etwaigen Verkäufen noch reingekommen sind. Ich bin der Meinung das auf jeden Fall noch Geld reingekommen sein muss, weil wenn der Jahresfehlbetrag die einzige Geldbewegung gewesen wäre und man unterstellt das dies nur für die Auszahlung von Gehältern verwendet wurde, dann macht das keinen Sinn, da dann sogar im besten Fall jeder Egosoft Mitarbeiter im Durchschnitt lediglich 15.000,00 EUR p.a. (ca. 300.000 EUR fehlbetrag geteilt durch 20 Mitarbeiter) Brutto verdienen würde und da sind die Sozialversicherungsbeiträge noch nicht dabei. Das ist meiner Meinung nach total unrealistisch.

Persönliche Anmerkung: Viel werden Sie wohl auch so nicht verdienen und wenn ich mir manche Kommentare auf Steam und hier so ansehe ist das wirklich Schmerzensgeld was die bekommen. Wenn ich Chef wäre würde ich mir ernsthaft überlegen ob ich das mir und meine Mitarbeitern weiter antun will, weil wie man es macht macht man es falsch (aus sicht von manchen "Fans").

Edit: Typos und Link korrigiert.

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