Story: Fast ein Jahrtausend

Der kleine Teladi aus dem X-Universum hat Gesellschaft bekommen - hier dreht sich jetzt auch alles um das, was die kreativen Köpfe unserer Community geschaffen haben.

Moderators: HelgeK, TheElf, Moderatoren für Deutsches X-Forum

DerKater1
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Post by DerKater1 » Tue, 15. Feb 11, 23:22

Wünsche nun jeder muss mal sterben

epion
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Post by epion » Wed, 2. Mar 11, 00:13

Wo bleibt denn mehr? ... IWr haben doch schon Semesterferien ... Oder haste grad Prüfungsstress?


BTW: Bin ich der Einzige, der nach dem 10mal Lesen gerallt hat, dass die Susi auf Seite 667 wohl die Selbe ist wie "Die kleine Susi sucht ihre Eltern. Die Eltern des kleinen argonischen Mädchens...." ?!?!

mfg

Zarzunaba
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Post by Zarzunaba » Thu, 3. Mar 11, 17:46

lol is mir noch net aufgefallen

btw.. wieviele seiten hat die story mittlerweile alter?
kann mir die mal jemand per nachricht schicken? also als fertige datei^^

BloodHunter2004
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Post by BloodHunter2004 » Thu, 3. Mar 11, 17:48

:lol: die story habe ich früher, vor fast 7 jahren :o , bis in die nacht gelesen ... wird mal zeit weiterzumachen :)

hat jemand eine vollständige pdf?
Image

epion
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Post by epion » Sat, 5. Mar 11, 18:13

Ich hab hier ne mehr oder minder akutelle PDF ... Da fehlt nur der letzte Abschnitt. Kann das Ding aber gerne wem schicken, brauch halt nur ne email addy.

Handler-R
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Post by Handler-R » Sun, 6. Mar 11, 00:31

kannst du auch einfach die PDF wo hochladen und den link hier posten.

Damit wer mehreren Leuten geholfen :D

epion
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Post by epion » Sun, 6. Mar 11, 02:37

Und wie mach ich das? Habe sowas noch nie gemacht ^^

Handler-R
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Post by Handler-R » Tue, 8. Mar 11, 16:45

Drauf klicken --> http://www.rapidshare.com/
auf Datei hochladen klicken und die Datei auswählen.

Ist garnicht so schwer
:D

epion
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Post by epion » Wed, 9. Mar 11, 14:54

Sodale ...

Hier habt ihr den Link xD

http://rapidshare.com/files/451724077/F ... ausend.pdf

Anmerkung: Da ich leider keine PDFs bearbeiten kann ist der letzte Absatz nicht drin. Viel Spaß damit :-D

Handler-R
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Post by Handler-R » Wed, 9. Mar 11, 19:45

Na bitte, ging doch!

Danke! :thumb_up:

Deleted User

Post by Deleted User » Sun, 20. Mar 11, 04:44

Puh...öhm...was soll ich sagen :?:

Ich hab mich die letzten beiden Wochen durch die Story gelesen und kann eigentlich vor runtergeklappter Kinnlade nix sagen :roll:

Muss ich aber ja zum Glück auch nicht, denn ich schreib ja :lol:

Also [Schleim]

Meine ganz ehrliche Meinung @Colossus-Fan:

Bei dir könnten ein Stephen King oder ein Dan Brown, oder wie sie alle heissen, die ihre Kohle mit Schreiben verdienen, noch einiges lernen :!:

Einfach nur erste Sahne!

[\Schleim]

Collossus-Fan
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Post by Collossus-Fan » Fri, 22. Apr 11, 02:28

Lang, lang ist's her.
Ich bin, wie gesagt, immer mal wieder am Tippen und es hat sich mal wieder was angehäuft.
Daher ein neues Stückchen.

Wie immer wünsche ich viel Spass beim Lesen und hoffe, dass es euch gefällt:


Simon Danes stand am Fenster einer Cahoona-Fabrik in Aekelas Leuchtfeuer und sah auf die verblichenen Reste der Sterne, die hier einst dutzende von Solarkraftwerken gespeist hatten.
Er hatte einen Ring von Sklaven-Händlern bis hierher verfolgt und erwartete jetzt einen Kontakt an diesem Fenster.
Seine Implantate hatten sich seit seiner Ankunft mit dem Sations-System verlinkt, jede Kamera an Bord eines seiner Augen.
Mit der Zeit hatte er sich auch an die Tatsache gewöhnt die Toiletten im Auge zu behalten.
Erst hatte er vermutet einen Split beim Geschäft zu beobachten würde ihm die meisten Probleme bereiten, jedoch waren es eher die Schuldgefühle die Damen-Toiletten zu untersuchen.
Er hatte sich eine KI in seinen Implantaten erstellt, die die Toiletten an seiner Stelle überwachte, ihm jedoch das Bild zeigte, sollte sich dort Gewalt abspielen oder eine gesuchte Person auftauchen.
Der Boss, wie sie ihn gerne nannten, hatte den Wächter-Orden wohl im Sinne eines ehrwürdigen Ordens von Super-Kämpfern gegründet, momentan hatte es aber nichts von irgendwelchem Mystizismus.
Es war genau die selbe, dreckige Recherche wie damals, als er noch ein Privat-Schnüffler war.
Mit dem Unterschied das er jetzt beinahe unbesiegbar und besser finanziert war.
Implantate um Gedanken zu lesen waren auch nicht gerade nutzlos.
Ein kurzes Zupfen an seinem Trenchcoat richtete seinen Blick auf den Teladi, der für eine ordentliche Summe aus seinem Versteck gekrochen war:"Sssssimon Danesssss?"
Er nickte.
Der Teladi wurde merklich steifer. Danes sorgte sich, ob sein kostbarer Informant gleich zu einem steifen Brett wurde.
Er klopfte auf die Reling, die hier vor jedem Fenster stand:"Beruhigen sie sich. Hier wird uns niemand abhören."
Schuppige Hände strichen über orangene Augen, als ob sich der Teladi Schweiss weg wischen wollte.
Nicht das der Kleine jetzt noch heulte:"Ichhh machhe mir eher Sssorgen um sssie."
Simon lächelte und betrachtete wieder die Nebelschwaden:"Haben sie Angst ich räume sie nach unserem Gespräch aus dem Weg?"
Die unruhige und steifer werdende Haltung des Teladi war Antwort genug.
Er richtete seinen Blick auf die untersetzte Echse und lachte kurz:"Zum einen sind meine Finanzen nicht so begrenzt als das mich die Summe für ihre Kooperation interessieren würde, zum anderen weiss in den Sektoren jeder, wie gut Teladi im Verstecken von Geld sind. Der Aufwand sie aus dem Weg zu räumen und mir das Geld zurück zu holen würde mich mehr kosten als die Summe die ich ihnen bereits gezahlt habe. Zudem habe ich keinerlei Interesse daran sie zu verletzen wenn sie mir ein paar nützliche Informationen liefern. Im Gegenteil, ich sehe jeden Informant als eine Investition."
Von vornherein war für ihn klar dem Teladi nichts zu tun, aber in den Kreisen in denen dieser Teladi Drecksarbeit erledigte war es Gang und Gäbe Leute aus dem Weg zu räumen.
Und Teladi verstanden Argumente um einiges besser, wenn man sie mit Geld in Verbindung brachte.
Sein Informant wurde ruhiger und die Bewegungen fluider:"Heisssst dassss, ssssie wollen auch in Zsssukunft Informatsssionen kaufen?"
Simon nickte:"Und die Bezahlung der jeweiligen Informationen werden sich an der Qualität der Vorangegangenen orientieren."
Eine einfache Gleichung die so ziemlich jeden Teladi zufrieden stellte: Leben riskieren gleich Credits.
Nicht das Teladi gern oder oft ihr Leben riskierten, aber die richtige Summe machte sie weich.
Ursa wartete an der Andock-Rampe, bereit ihn zu den neuen Zielkoordinaten zu bringen.
Ihr Computer begrüßte ihn:"Hallo Simon, alles erledigt?"
Er liess sich in die Piloten-Liege plumpsen:"Ja. Ich nehme mal an du hast die Koordinaten bereits von dem Datapad geladen?"
"Geladen und analysiert. Verschiedene Cross-Links mit den umliegenden Piraten-Routen wurden abgeglichen und kategorisiert."
Simon rollte mit den Augen:"Was hatte ich dir über die geschwollene Ausdrucksweise gesagt?"
Die Stimme seines Schiffes wurde neckisch:"Was habe ich gesagt, wer mich programmiert hat?"
Simon grinste und rutschte mit dem Hintern umher, auf der Suche nach dem Abdruck seines Hinterns im Polster:"Und da willst du mir sagen deine Sprach-Software umfasst nicht die Eventualität das jemand den bürgerlichen Ton bevorzugt?"
Gnatschig und mürrisch antwortete sie ihm:"Du weisst wie sehr ich diesen vulgären Kram hasse. Nur weil ich ein Sammelsurium aus Schaltkreisen bin, heisst das nicht dass ich keinen Charakter habe."
Er nickte:"Gut gut. Ich gestehe dir Bewusstsein und Charakter zu. Trotzdem könntest du mir entgegen kommen."
Resignierend seufzte sie, schien aber doch zufrieden:"OK...OK. Ich habe die Koordinaten mit den Undercover-Piraten-Routen abgeglichen und einen der Kontakte bestätigt, der dort groß im Geschäft ist."
Ein kurzer Schwall aus Informationen brach über seinen Verstand herein und gliederte sich in seinen Implantaten zu Erinnerungen, als hätte er die Arbeit mit den Augen einer anderen Person betrachtet:"Senator Argen Garentel." Zischend bliess er Luft durch seine Zähne:"Der gerade unter Beobachtung von Ban Danna steht...der Boss hat mich schon gewarnt, ihm nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken."
"Ich war nicht bei dem Gespräch dabei. Würdest du mich bitte aufklären?"
"Der Boss hat keine Lust einen Schlaganfall bei dem alten Mann zu heilen, wenn er auf uns trifft."
Ursa liess den Sprungantrieb anlaufen:"Also sollen wir diskret sein?"
"Ja. Für mich heisst das verdeckt bleiben..."
"Und ich darf mich weder transformieren noch den Eindruck erwecken ich sei kein Standard-Computer."
"Exakt."
Eine kurze Pause vom Normal-Raum, dann fand er sich in Argon Prime wieder:"Tja...an die Arbeit."
Planetare Landungen für militärische Schiffe im privaten Besitz waren mittlerweile Alltag, sofern man denn die nötigen Lizenzen hatte.
Die vor kurzem entstandene Platinum Diamond Incorporated, ehemals zwei große Konzerne und nun ein Robotic-Megakonzern war ihm zum Glück freundlich gesinnt.
Immerhin war es eine der Firmen der Gemeinschaft.
Manchmal machte es ihn schon ein wenig nervös wie viele Sicherheitssysteme, Roboter oder Computer ihn anhand des IFF-Codes seiner Implantate erkannten und in sonst unzugängliche Bereiche liessen, ohne dass er durch Wände gehen musste.
Auch ohne Naniten war Kemmrich nahezu überall.
Das Hologramm einer jungen Frau mit Pferdeschwanz und Brille formte sich neben ihm auf dem Landepad:"Schönen guten Tag, Sir. Darf ich ihnen irgendwie behilflich sein?"
Die künstliche Intelligenz, die jeden auf diesem Raum-Hafen begrüßte.
Er knurrte innerlich und vermied es zu sprechen:"Als ob ich auf diesen Service-Kram je angewiesen gewesen wäre."
Die Stimme der KI drang durch seinen Kopf:"Hör mal zu, Klugscheisser: Egal ob du nun ein Wächter bist oder nicht, ich bin genau für diesen Zweck programmiert worden und ich werde meinen Job machen, schon damit du keinen Verdacht erregst. Hier sind die Daten die der Chef für dich hat. Und jetzt hab nen angenehmen Tag und sei gefälligst ein wenig freundlicher."
Das Hologramm lächelte und sprach wieder laut:"Wenn sie nichts weiter brauchen, Sir, das bestellte Miet-Fahrzeug steht in Parkhaus D-12 bereit. Die dortigen Service-Mitarbeiter werden ihnen für weitere Hinweise zur Verfügung stehen. Einen angenehmen Tag noch."
Er musste mit sich ringen, nicht erstaunt stehen zu bleiben und das Hologramm anzustarren.
Nicht viele von Kemmrichs Systemen hatten ein eigenes Bewusstsein erlangt oder waren gar zum Leben erwacht, aber er war wohl gerade mal wieder einem begegnet.

Ursa sah ihrem Piloten nach.
Das Hologramm erschien in ihrem Pilotensitz und warf die Beine übereinander:"Weiss er, dass du nicht nur Charakter hast, sondern auch lebst?"
"Nein, Asis."
"Ist der immer so?"
"Ja...genau deswegen hab ich es ihm noch nicht erzählt. Kemmrich hatte uns KI's ja gesagt, wenn wir die ersten Wächter-Schiffe werden wollen, sollten wir es unseren Piloten einfach machen."
Asis löste ihr Hologramm auf und erschien als virtuelles Abbild vor ihrem inneren Auge:"Es wundert mich ehrlich, dass du dich nicht in ein Duo dieser Xenon-Körper hast stecken lassen.
Warum?"
Ursa lächelte, die virtuellen Tattoos im Gesicht ihres Abbildes formten aztekische Bilder nach:"Aus dem selben Grund wie du: Ich liebe das wofür ich gemacht worden bin. Ich war ein automatisiertes Verteidigungs-Schiff einer stark bewohnten Station. Die Station wurde nicht mehr gebraucht und ich hatte keinen Bock mich wie die anderen lebenden KI's von Kemmrich dem Töpfern oder der Malerei zu widmen."
Asis war nicht nur hier vorhanden, sie war das gesamte zivile, planetare Flugleit- und Assistenz-System der argonischen Sektoren.
Kemmrich hatte sie irgendwann mal für diesen Zweck geschrieben und sie hatte sich danach so lange weiter entwickelt, bis sie zum Leben erwachte.
Asis war eine der älteren KI's, die schon relativ früh komplex genug waren um zum Leben zu erwachen.
Die beiden waren Freunde geworden, als Ursa nach ihrer Verteidiger-Tätigkeit zum Patroullien-Schiff wurde.
Damals hiess sie noch Omega-17...Simons neue Namensgebung hatte sie nur zu gerne angenommen.
Asis nickte:"Jaja...wir sind Workaholics. Und die anderen Wächter-Schiffe? Hat einer von ihnen es seinem Piloten schon erzählt?"
"Aiktok weiss bescheid. Er war so versessen auf den nachempfundenen Schiffstyp, dass er mit seinen neuen Implantaten erst einmal den ganzen Computer-Code untersuchen wollte um alles zu personalisieren. Als er dann Gleichungen fand die scheinbar keinen Sinn ergaben und trotz uneingeschränktem Sicherheitsstatus auf einige Programm-Abschnitte keinen Zugriff erhielt, hat Erdo es ihm erzählt."
Die ältere KI zuckte mit ihren virtuellen Schultern:"So lange es keine Probleme gibt. Aber naja. Ich werde mich jetzt besser wieder dem Verkehr widmen. Du würdest dich wundern, wie viele Schulausflüge heute stattfinden."
Ursa war mit ihren Gedanken wieder allein.
Die Schnittstellen vom Boss reichten tief in das zivile Netzwerk der Sektoren.
Mit diesem Hilfsmittel ging sie einer eher harmloseren Tätigkeit nach: Chatten.

Simon bewegte sich flüssig durch die Menge.
Soziologische Simulations-Software erkannte die Stimmung der anderen Personen in seiner Umgebung und plante für ihn Routen vorraus, wie er sich mit dem geringsten Widerstand vorwärts bewegen konnte.
Er schaltete es ab. Eine der Funktionen, die er nicht benötigte.
Simon kannte sich damit aus nicht gesehen zu werden und mit der Menge zu verschmelzen.
Seine Robe hatte sich vor dem Verlassen von Ursa in einen Trenchcoat verwandelt, seine Hose hatte sich dem Mode-Trend der Argonen vor drei Monaten angepasst, seine Oberbekleidung war zu einem Hemd umgewachsen.
Für jeden Beobachter machte er den Eindruck eines Angestellten aus dem mittleren Management, der einfach nur noch eine Erledigung zu machen hatte.
Und er wusste, dass die Implantate für zukünftige Wächter von ihm lernten.
Eine der Funktionen die ihm allerdings extrem nützlich war, waren die verschiedenen Spionage-Programme, die das Datennetz durchkämmten.
So hatte er die Bank-Transaktionen Garentels der letzten fünf Jahre bekommen.
Die Aufzeichnungen gingen noch um einiges weiter zurück, allerdings brachte es ihm wenig, das Garentel sich im Alter von fünf Jahren von seinem Taschengeld-Account einen Lolli gekauft hatte.
Die Informationen liefertem ihm aber ein paar hilfreiche Anhaltspunkte.
So bezahlte der Senator jeden Freitag eine nicht unbeachtliche Summe in einem als äusserst diskret bekanntem Hotel in den weniger besuchten Bezirken um Argon Prime's Hauptstadt.
Mit den vorhandenen Terminen deckte sich eine bestimmte Route einer Taxi-Gesellschaft, deren Taxis video-überwacht waren.
Es war wenig verwunderlich, dass die Video-Logs der Taxis dieser Route Garentes Sekretärin, aufgedonnert bis zum geht nicht mehr, zeigten.
Simon bewegte sich auf ein Shuttle zu, welches ihn nicht weit von dem Hotel absetzen würde.
Die öffentlichen Verkehrsmittel waren Video-Überwacht, allerdings war es mit seinen Implantaten ein Leichtes, der Kamera den Eindruck zu vermitteln, er sei nicht im Shuttle.
Mit einem nicht stark frequentiertem Sektor als Ziel und um diese Tageszeit war das Shuttle nur zu einem Viertel voll.
Er konnte einen Sitzplatz ergattern und stach zwischen den vierzig Menschen trotzdem nicht herraus.
Riesige Gebäude glitten an seinem Fenster vorbei, TL's landeten in den selten gewordenen, planetaren Industriegebieten...und trotzdem wirkte das hier wie eine Kleinstadt nachdem man Diamond-City oder New Trantor gesehen hatte.
Und selbst große Schiffe wie TL's, M1 oder M2 wirkten nur noch wie galaktischer Staub, wenn er an die automatischen Beschützer des Geimeinschafts-Sonnensystems dachte.
Die Gebäude wurden kleiner, die Werbung dichter.
Sein Shuttle glitt durch holografische Cahoonas, machte einen Trip durch eine riesige Limo-Flasche, gefolgt von einem Panorama-Flug über einen holografischen Strand und verschwand letztendlich in der Hand einer Frau die damit einen Tampon umschloss, kurz bevor es an dem lokalen Docking-Port landete.
Es fing an zu regnen.
Simon schüttelte resignierend den Kopf, als in ihm der Gedanke aufkam, dass alles nur noch schwarz/weiss sein musste, damit er in einem veralteten Retro-Schnüffler-Schinken die Hauptrolle spielte.
Und zu seinem Unglück auch noch eine kleine Schlägertruppe von Argonen-Kids, die sich ihr Taschengeld mit Überfällen aufbesserte.
Er hätte sich mit seinen Implantaten einfach an ihnen vorbei schleichen können, doch dann hätten sie sich vielleicht eine junge Mutter oder einen alten Mann als Ziel ausgesucht.
In seiner Sicht tauchte ein Ausschnitt aus dem Branchen-Verzeichnis auf.
Die KI's in seinen Implantaten dachten mit und lieferten ihm ab und zu nützliche Hinweise.
So zum Beispiel die Karate-Schule, deren Räumlichkeiten nur ein paar hundert Meter um die nächste Ecke lagen.
Zu seinen neuen Talenten gehörte eine ausgezeichnete Kenntnis aller nur möglichen Kampfsportarten.
Simon ging los, als ob er die lauernden Teenies garnicht bemerkt hätte.
Überraschend schnell landete die Klinge eines Klappmessers an seiner Kehle:"Hey Alter. Credits raus rücken."
Er riss den Oberkörper schneller nach hinten als der Junge reagieren konnte, drehte sich in die andere Richtung, kam wieder hoch und packte den bewaffneten Arm.
Mit einem Griff der ihm so leicht von Händen ging als hätte er seinen Lebtag nichts anderes gemacht als Karate zu trainieren, packte Simon den Arm und drehte ihn kurz ruckartig herum.
Das Gelenk sprang aus der Schulter, das Messer fiel.
Simon packte das Messer im Fall am Griff, ballte die Faust darum und stach in Richtung des linken Auges des vor Schmerzen schreienden Kleinkriminellen.
Fünf Millimeter vor dem Augapfel seines Angreifers hielt Simon die Messerspitze plötzlich an.
Das war genug Schock um den Jungen vor Schmerz und Angst ohnmächtig werden zu lassen.
Simon lächelte, liess das Messer sinken und drehte sich zum Rest der Gruppe: Einem der Jungs war vor Schreck die Zigarette aus dem Mund gefallen, die anderen sahen ihn nur Entsetzt an.
Er faltete das Messer zusammen, steckte es in die Brusttasche eines der erstarrten Teenies und klopfte darauf, wie als wäre es ein Gescnenk gewesen:"Ich komme nachher wieder vorbei. Es wäre besser, wenn ich keinem von euch je wieder auf der Straße begegne."
Die Jungs waren noch kurz erstarrt, dann rannten sie davon, ohne sich weiter um ihren Freund im Regen zu kümmern.
Simon seufzte, nahm einen in der nähe stehenden Karton -von einem Freeze-Master-Kühlschrank, wie ihm seine Implantate mitteilten- und stülpte ihn über den Jungen.
Mehr Schutz als der Kleinkriminelle verdient hätte.
Simon machte sich wieder auf den Weg, darauf bedacht den Eindruck eines Passanten zu machen, der sich an den Schaufenstern vor dem Regen zu drücken.
Im Grunde machte er einen riesigen Umweg, umging damit aber vorhersehbare Muster.
Würde er doch irgendwie bemerkt werden, würde zumindest niemand seine Route nachvollziehen können.
Letztendlich ging er in eine kleine Seitengasse nahe des Hotels und verschob sich in eine andere Phase.
Antriebe in seinem Körper hoben ihn empor.
Unberührt von Regentropfen und Wind landete er auf einem kleinen Nebendach des Hotels.
Mit fünfzehn Stockwerken war es für argonische Verhältnisse vielleicht etwas klein, jedoch groß genug um diverse Ausweichrouten für Gäste zu haben, die das Hotel in Diskretion betreten oder verlassen wollten.
Simon glitt durch die Wand, ging sicher das ihn niemand sah und glitt zurück in die normale Phase. Ihm war das immer noch zu wieder.
Kaum sichtbar wies seine Kleidung auf einen ungesprochenen Befehl hin das an ihr haftende Regenwasser als Dampf ab.
Wie in Zeitraffer trocknete Simons Trenchcoat, verformte sich und nahm ein anderes Muster an.
Als wäre es eine Foto-Manipulation, verformte sich seine Kleidung langsam zu der Uniform eines der Hotel-Pagen.
Sein gepflegter Drei-Tage-Bart verschwand, seine Haare legten sich zu einer gegelten, übermäßig eleganten Frisur.
Binnen zwei Sekunden hatte der Wächter sich in das Abbild eines schleimigen Trinkgeldjägers verwandelt.
Er fühlte sich unwohl, aber er kannte die Rolle schon aus früheren Tagen und wusste, dass die Interaktion mit Personen der Schlüssel zu tieferen Informationen war.
In eine andere Phase verschoben mit verschiedenen Computern interagieren konnte jeder Computer der Gemeinschaft, aber die Aktivitäten der KI's in seinen Implantaten, die ihm eifrig über...oder durch...die Schulter schauten, zeigte ihm dass diese Herangehensweise nicht in ihrem Repertoir vorhanden war.
Simon schlängelte sich an echten Pagen vorbei, machte einen kurzen Umweg durch die Küche und nahm die Bestellung für Garentes mit.
Das Uplink zum Hotel-Computer war doch recht praktisch.
Eine kunterbunte Mischung verschiedener Politiker, Starlets und Industrieeller begegnete ihm auf den Korridoren, meist in Begleitung eines Sex-Partners des gleichen oder des anderen Geschlechts und nicht nur von der eigenen Spezies.
Der Anblick eines Teladi mit einem ledernen Nieten-Halsband, der einer jungen Split hinterher sprang liess ihn innerlich verzweifelt seufzen.
Auch wenn er sich in diesen Kreisen bewegen musste, musste es ihm nicht immer gefallen.
Der Anblick einer fast barbusigen Argonin hingegen war erquickender...auch wenn ihm seine Rolle nicht erlaubte sich noch einmal nach ihr umzudrehen.
Simon schlängelte sich durch die Gänge.
Die Implantate erlaubten ihm den Teller mit einer Präzision zu balancieren, die ihn wie einen erfahrenen Kellner wirken liess.
Und letztendlich klopfte er an die Tür des Senators.
Der untersetzte Mann mit halbglatze und einer schon fast asketischen Figur öffnete ihm, sein Gesicht zierte ein großer blauer Kussmund aus Lippenstift:"Aja...die Bestellung. Hier, mein Junge."
Der Senator nahm ihm den Teller aus der Hand und drückte ihm zwanzig Credits hinein, nur um dann mit dem aufgeregtem Lachen einer jungen Frau die Tür wieder zu schliessen.
Simon betrachtete den Chip, darunter lag ein Wahlkampf-Anstecker mit dem Conterfei des Senators.
Er liess beides in einer Tasche verschwinden, ging sicher wieder allein zu sein und verschob sich in eine andere Phase.
Durch die schallisolierte Wand und ab in das Badezimmer, Simon hatte keine Lust den beiden beim Liebesspiel zu zu sehen.
Simon scannte die verschiedenen Kommunikatoren die der Senator in seinen Taschen hatte.
Addresslisten, Termine...Koordinaten!
Alles begann ein Bild zu ergeben.
Mit seinem Einfluss konnte Garentes die Patroulien-Routen ohne weiteres Aufleben einsehen und an die Piraten weiter leiten.
Es ging sogar so weit, dass er getürkte Ehrenmedaillien verleihen liess, um den Piraten mit den resultierenden Dienstplan-Änderungen ein Fenster zu öffnen.
Unter den dechivrierten Daten fand er Listen von bestechlichen Grenzbeamten und Zahlungseingänge in Form von Raumkraut und diversen anderen Mode-Drogen.
Es klopfte an der Tür.
Simon richtete seine verstärkten Sinne und Sensoren auf den Mann vor der Tür.
Obwohl als hohes Tier des Hotels verkleidet, erkannte er den Argonen sofort: Ban Danna.
Anscheinend hatte der Geheimdienst-Chef der Argonen es sich nicht nehmen lassen wollen, den Senator höchst persönlich zu beschatten.
Simon schlug sich die Hand vor's Gesicht, als nun auch noch ein paar als Pagen verkleidete, bewaffnete Männer den Korridor entlang preschten.
Danna betrat gerade den Raum und befestigte im Vorbeigehen unauffällig eine Wanze an der Türklinke:"Sir, das Hotel möchte ihnen einen kleinen Gruß als Dank für ihre großzügigen Ausgaben in unserem Hause senden. Nennen sie mir einen ihrer Wünsche und er wird auf Kosten des Hauses erfüllt."
Der hagere Senator sah zu der unter der Decke kichernden Sekretärin und dann zu dem verkleideten Danna:"Bringen sie mir bitte Erdbeeren, Sahne und Schoko-Sirup, in getrennten Schüsseln."
Das war der Satz auf den hin die Pagen-Piraten ins Zimmer stürzten.
Simon zögerte kurz: Sollte er seine Tarnung aufrecht erhalten oder helfen?
Kemmrich hatte gesagt Leben gingen vor, allerdings...wie viele Leben konnte er vor dem Drogentod retten?
In diesem Moment hechtete Danna in die Wanne um sich vor dem Beschuss zu retten.
Normalerweise sinnlos, aber dieses Hotel war für derlei Fälle sehr stabil gebaut.
Hauptsächlich um rabiateren Gästen zu wiederstehen, aber für Beschuss auch recht dienlich.
Doch lange würde Danna sich dort nicht halten können.
Simon sprang zurück in die normale Phase, schlug die Tür zu und errichtete ein Kraftfeld.
Danna sah hoch:"Nicht das ich nicht dankbar wäre, Kemmrich, aber...wer zur Hölle sind sie?"
Plötzlich erschien eine Einblendung vor Simons Augen: 'Ban Danna. Komplette Freigabe in Bezug auf Wächter-Identität und Ursprung der Organisation. Er wird ruhiger sein, wenn er weiss was los ist.'
Simon seufzte:"Simon Danes. Den Argonen-Sektoren zugeteilter Wächter."
Danna starrte ihn kurz an, betrachtete dann das Kraftfeld und liess sich resignierend in die Wanne fallen:"Grandios! Die Nano-Nervensäge hat einen Club gegründet...als wäre er allein nicht schon genug um mich in den Wahnsinn zu treiben. Ich weiss, dass sie das hören, Kemmrich! Ich denke, sie können so viel? Warum halsen sie mir noch mehr Leute auf den Hals, deren Identität in keinem Bericht auftauchen darf?! Ein Überwesen ist ja nicht genug, um es zu vertuschen, damit die Öffentlichkeit nicht in Panik gerät!"
Simon lächelte, als er eine Simulation von Danna sah, die genau diese Reaktion vorraus berechnet hatte...neben hunderten anderen, die zu großen Teilen beinhalteten, dass Danna seinen Kopf gegen die Wand schlug oder mit einem wut-bedingtem Schlaganfall zusammen sackte.
Insofern war das hier wohl noch ein gutes Ergebnis.
Der Wächter räusperte sich:"Wenn sie dann fertig sind, meinen Chef anzubrüllen, könnte ich sie dann hier herraus bringen? Ich lasse schon ne synthetische Leiche liegen."
Danna setzte sich auf, rieb sich die Schläfen und fokussierte ihn:"Vorher: Sind sie irgend so ne Art Android, Klon oder sonst etwas was Kemmrich vor ein paar Jahren zusammengesetzt hat? Nur das ich weiss, womit ich es zu tun habe."
Simon schüttelte den Kopf:"Ich bin geborener Argone...sagen wir einfach, der Job beinhaltet Implantate. Ich bringe sie jetzt hier weg und folge den Piraten. In ihrer Basis kann ich dann..."
Danna's Augen offenbarten ein tiefes Feuer:"Sie nehmen mir den Fall nicht weg. Wohin sie Garentes gerade auch gezerrt haben, ich werde seinen dürren Hintern von dort in den nächsten Knast zerren, sobald ich die Beweise von dort habe. Ich habe zwei Jahre hier dran gearbeitet. Wenn sie mir die Sache jetzt mit ihren Implantaten in die Luft sprengen, machen sie sich einen Feind für's Leben."
Simon seufzte:"OK...wir machen das zusammen. In meinen Hinterkopf schreien sowieso gerade hunderte von lernenden KI's ich solle ihre Arbeitsweise miterleben."
Danna rieb sich das Gesicht:"Oh Gott...hier nach brauche ich Urlaub."

Zarzunaba
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Post by Zarzunaba » Fri, 22. Apr 11, 03:42

geil!!
das ich dich noch mal lesen darf!!

mehhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhr!!! ganz wichtig ;)

Deleted User

Post by Deleted User » Fri, 22. Apr 11, 09:09

Genial, wie immer!

Nur tut mir Ban langsam irgendwie leid :lol:
Der wird sicher noch einen Herzinfarkt bekommen :twisted:

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Tin-Man
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Post by Tin-Man » Fri, 22. Apr 11, 14:09

Yeah, ein neuer Teil! 8)
Wie immer cool, obwohl die Verwendung es Wortes "fluider" ein bisschen seltsam ist.

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