[Story] No Worries - ein Tukan auf Abwegen. (Teile 1-28)

Der kleine Teladi aus dem X-Universum hat Gesellschaft bekommen - hier dreht sich jetzt auch alles um das, was die kreativen Köpfe unserer Community geschaffen haben.

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Cpt.Jericho
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Post by Cpt.Jericho » Wed, 9. Mar 11, 17:04

:lol: Endlich eine Fortsetzung und auch noch eine gute! :lol:
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AP Nova
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Post by AP Nova » Wed, 9. Mar 11, 19:27

Ich finde es auch gut, dass es wieder eine Fortsetzung gibt, damit lese ich nun wieder in einer der Geschichten hier mit. Leider ist man auf Grund der langen Ruhephase etwas raus, was die Handlung angeht.

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jorganos
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Post by jorganos » Wed, 9. Mar 11, 20:05

AP Nova wrote:Ich finde es auch gut, dass es wieder eine Fortsetzung gibt, damit lese ich nun wieder in einer der Geschichten hier mit. Leider ist man auf Grund der langen Ruhephase etwas raus, was die Handlung angeht.
Das ging mir ehrlich gesagt nicht anders... erst nach mehrmaligem Lesen der bisherigen Geschichte war ich einigermaßen wieder drin. Außerdem habe ich jetzt eine mehr als nur vage Vorstellung, was da bisher passiert ist, und kann deshalb weiteres Öl ins Feuer gießen.

Ich werde voraussichtlich bald wieder ein PDF-Kapitel zusammenstellen und überlege, dafür mal die einzelnen Charaktere näher vorzustellen. Mal sehen, was ich dabei noch so alles über sie erfahre.

Am nächsten Teil wird jedenfalls schon gebastelt.
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DerKater1
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Post by DerKater1 » Thu, 10. Mar 11, 15:27

sag nur eins : mach weiter :D

Ban
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Post by Ban » Thu, 10. Mar 11, 20:01

Aufgrund der längeren Ruhephase war ich quasi gezwungen, die Geschichte vom Anfang bis zu ihrem gegenwärtigen Stand noch einmal zu lesen, um inhaltlich wieder einen brauchbaren Überblick zu erlangen. Vom Beibehalten der übertrieben wirkenden juristischen Darstellungen und Beschreibungen, die so weit an der Realität allerdings nicht vorbeigehen dürften, abgesehen zeigt sich durchaus eine Zunahme von Ernsthaftigkeit bei Abnahme der humoristischen Aspekte. Da letztgenanntes ursprünglich doch recht zentral war, fällt diese Entwicklung auf, muss aber nicht primär negativ gesehen werden. Schließlich wurde gleichzeitig, ob geplant oder nicht, aus den Transpondersoftwareproblemen sowie dem Angriff auf eine Station eine zusammenhängende Problemstellung, die wiederum immer weitere Kreise zieht. Zumindest ist dies anzunehmen, da es plausibel erscheint, zwischen der "No Worries" und den Transponderausfällen einen Zusammenhang zu vermuten.
Einen Zusammenhang, den das Militär und die Goner Bergungsversicherer, gesetzt dem Fall der zutreffenden Vermutung, mehr zufällig und aus anderen bemerkt hätten beziehungsweise bemerken könnten. Auch wenn das Einsetzen von zwei beziehungsweise drei privaten Dienstleistern auf eine verhältnismäßig geringe Schadenssumme, für ein Unternehmen dieser Größe, eher unwahrscheinlich ist. Die Wahrscheinlichkeit für eine Rückerstattung dürfte so gering ausfallen, dass sie in der entsprechenden Berechnungen zuzüglich zu erwartender Aufwendungen einen Verlust als Erwartungswert ergeben würde. Andererseits erhebt Fiktion natürlich keinen absoluten Realitätsanspruch - das würde dem "Konzept" zuwiderlaufen. (Als würde man Krimiserien mit einer realistischen Aufklärungsquote produzieren. Auch wenn dieser Vergleich zu Gunsten der meisten Kriminalserien und -romane ausfällt.)
Jedenfalls ist es erfreulich, dass diese Geschichte, wenn auch nach langer Ruhezeit, fortgesetzt wird.

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jorganos
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Post by jorganos » Sat, 12. Mar 11, 20:40

Teil 28

Durand Fisty ließ seinen Rudergänger die "Alphonsius Rockfellow", bei der Besatzung auch als "A. Rock", vorsichtig auf das Ausrüstungsdock in Herzenslicht zumanövrieren. Hoffte er jedenfalls... Die Zielansicht ließ vermuten, dass es sich um das Aufrüstungsdock handelte, die Koordinaten stimmten ebenfalls mit denen der Navigationskarte überein, aber die Transponderidentifikation wechselte ständig. Von der Identifikation als Kyle Brennans X hatte er sich einen Screenshot angefertigt...

Seine Abteilung für elektronische Kriegsführung war jetzt zu 80% damit beschäftigt, eine Gegenmaßnahme für diesen Transponderwirrwarr zu entwickeln. Kurzfristig hatte er alle Datenspezialisten darauf angesetzt, aber das hatte ihm einen derartigen Anpfiff von der Argon 1 eingebracht, dass er die elektronische Überwachung der No Worries wieder aufgenommen hatte. Die Arbeiten am Gegenmittel für den Transpondervirus hatte er gegenüber der Geheimdienstzentrale als seinem Missionsziel dienlich deklarieren müssen.

Gegenüber Jarl Bydnah, Kommandeur der argonischen Streitkräfte in und um Herzenslicht, hatte er gar keine andere Aktivität zugegeben. Wenn der geahnt hätte, dass die Geheimdienstspezialisten nicht zu hundert Prozent an dem katastrophalen Ausfall der Transponder-Identitäten arbeiteten, hätte der wahrscheinlich die Feuerpause unterbrochen, um die A. Rock aus dem Raum zu pusten.

Anstelle der sonst üblichen Lagebesprechungen machte Fisty jetzt Chefvisiten bei seinen Abteilungen. Da gab es einige interessante Ansätze. Vielleicht der exotischste kam von Tech PO O'Connor, der die Ziel-Bilderkennung aus Gewittersturmraketen ausbauen und in die Sensorenphalanxen einbinden wollte, um zumindest Schiffstypen wieder richtig zu identifizieren. Fisty hatte ihm freie Hand bei der Umrüstung von zwei Discoverer Aufklärern und einer Nova Aufklärer gegeben. Der erste Discoverer sollte bald zu einem Probeflug bereitstehen.

Momentan führte ihn seine Visite wieder in das Lagezentrum Tukan.

"Gibt es etwas neues von dem Zielobjekt?"

Leo Danna blickte ihn aus gründlich übernächtigten Augen an. Es war nicht ganz klar, ob die dunklen Balken unter seinen Augen Ringe oder Kriegsbemalung waren.

"Tukan und zwei Skorpione wurden beim Einsprung in Akeelas Leuchtfeuer identifiziert und haben seitdem ihre Identität beibehalten. Letzter Kurs auf die Teladi-Handelsstation."

"Haben wir irgendwelche Agenten oder Schiffe vor Ort?"

"Nur den Nachrichtendienst-Beauftragten im Polizeirevier der Argon-Handelsstation, keine eigenen Schiffe. Im System könnte eine Zollpatrouille requiriert werden."

"Zöllner? Die können doch nur nach Raumkraut oder Raumsprit schnüffeln, dafür ist die Mannschaft des Tukans viel zu gewieft. Obwohl... eine gründliche Zollkontrolle hat noch niemandem geschadet. Geben Sie denen mal einen Tipp!"

"Hai!" Leo Danna wartete, bis sich der Alte entfernt hatte, bevor er sich an seinen genauso übermüdeten Kollegen Euen Gardna wandte. "Hast du eine Idee, was das HQ von unserem Ziel will, das wichtiger wäre als dieser Transpondervirus?"

"Nun, der Virus ist erstmalig bei diesem Schiff aufgetaucht. Vielleicht kommen wir über die zur Quelle des Virus."

"Und den verbreiten sie nach einem Aufenthalt auf dem hiesigen Flaggschiff, den sie einem Abschuss durch die Kha'ak zu verdanken haben?"

"Erst nach ihrem Stopp in Firmenstolz."

"Wo sie an ihrem Transpondersignal gebastelt haben..."

"Nun ja... in erster Linie haben sie unsere Zusätze wieder ausgebaut."

"Auch wieder wahr... Aber weißt du, was sie danach eingebaut haben?"

"Die haben doch noch was von ihrem vorherigen Kahn geborgen. Und der Ausrüster hatte auch seine Kontakte."

"Dann bleibt uns also nichts übrig, als den Kahn nochmal von Grund auf unter die Lupe zu nehmen."

"Ich hätte da eine Idee. Vielleicht sind die Zöllner ja doch zu was gut."

******

"Skipper, wo bleibst du?" Tia wurde ungeduldig. Seit ihrer Durchsage hatte sich keins ihrer Besatzungsmitglieder auf der Brücke sehen lassen.

"Was gibt es denn, Tia?" Aldun Selek hatte erst dafür gesorgt, dass die Split mit ihren Gefangenen das Schiff verlassen hatten. Und mit ihren Waffen... Fea war missmutig mit den argonischen Passagieren zurückgelassen worden, Trasulias und Hwitnoarmanckimpeir folgten dem Piloten auf die Brücke.

"Paragraph 34b der Lizensierungsauflagen. Der Transponder darf zu keiner Zeit irreführende Identitäten verbreiten."

Tia spürte, wie die Temperatur auf der Brücke auf den Gefrierpunkt zuraste. Neun von zehn Aufträgen bekam die No Worries nur, weil sie eine gültige Lizensierung aufweisen konnte, und auch die Versicherungsprämie beziehungsweise die Beiträge berechneten sich danach.

"Keine Panik, Lassss unsss die Qualitätsssprotokolle ansssehen. Wir haben nur unsssere echte Identität eingessspeissst!"

Trasulias stürzte sich auf ihr Terminal und rief die Protokolle auf. "Hier passsst allesss."

"Ich unke nur ungerne, aber die Aufzeichnungen der Split zeigen leider eine andere ID." Aldun Selek hatte die Präsentation noch gut in Erinnerung.

"Wir glauben, dass wir auf alle Teile noch Garantie haben, also auch den Transponder. Wir können die Werft verklagen." Hwitnoarmanckimpeir versuchte, den Skipper wieder aufzumuntern.

"Schon, aber so gut unsere Beweisführung auch ist, wir müssen erst klagen. Und wovon sollen wir so lange leben?"

"Die uns nichts anhaben können!" Fea r'Ttg hatte die Argonen auf seine unvergleichlich diplomatische Art abgefertigt und war den anderen auf die Brücke gefolgt. "Erstmal beweisen müssen, dass wir da sein, und welche ID wir senden! Da haben kein Schiff gleiche ID empfangen. Zeigen, dass Fehler nicht unserer."

"Und wessen Fehler ist das dann?" Tia war noch nicht ganz überzeugt.

"Klar Lesefehler sein."

"Na, dein Wort im Gehörgang der Lizenisierungsagentur..."

******

Tolliver Argent hatte ein Problem. Die irrsinnigen Identifikationen waren durch den Rücksprung nach Weg zur Freiheit nicht verschwunden, und so lief im Hintergrund ein Hochgeschwindigkeitsrennen zwischen einem Teladi Phönix, einem Merkur Superfrachter, einem erweiterten Satelliten und einem Split Handelshafen ab - jedenfalls so lange, bis die verblüfften Rennpiloten wieder ihre Karten konsultierten.

Für den sicheren Anflug auf seine Heimatbasis musste er einem Kurs folgen, der durch eine Folge Lasertürme und Navigationssatelliten markiert war, und jetzt spielten die Kennungen verrückt, und was normalerweise als Laserturm in der Navigationskarte auftauchte, war jetzt in einem Augenblick ein boronischer Frachter und im nächsten ein Khaak-Scout.

Das war ärgerlich - auch wenn die Hydra mit Elektronik vollgestopft war und kaum noch Energie für die drei Bordwaffen übrig hatte, wären ihm die Ressourcen der Basis für seine Gegenmaßnahmen lieber gewesen. So musste er sich für seinen Gegenvirus mit einfachen Infiltrationsalgorithmen begnügen, die die Rechenleistung des Verkehrsleitsystems stark beanspruchten und die Kartenupdates nur mit merklichem Lag bewältigten, und auch das Filterprogramm für diese Signale musste er aus umständlichen Routinen zusammenstöpseln. Aber der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel.

Er schickte den Orinoco zurück nach Dannas Chance, wo er in der Ekliptik parken und die Transponder-Märchen aufzeichnen sollte. Die Hydra ließ er auf Sicht hinter das Sprungtor bringen, um von dort aus das Leitsystem zu infiltrieren. Nach etwas über einer halben Stazura bekam er wieder vernünftige Identifikationen, gerade als er seine Infiltrationssoftware aufspielen wollte, Ein Funkspruch zum Piloten der Orinoco im Nachbarsystem ergab, dass das Chaos dort weiterging, also nahm er wieder Kurs auf Dannas Chance, um das System zu testen.

Es funktionierte... die Hydra bekam nach dem Einspeisen wieder Signale, die sich mit den Informationen der Zielkameras abgleichen ließen, und als der Orinoco das Filterprogramm aufspielte, kam auch dieses Schiff in den Genuß sinnvoller Schiffsidentifikationen.

Jetzt galt es, dieses Produkt zu vermarkten. Natürlich mussten die Infiltrationsalgorithmen erstmal verbreitet werden, aber wozu gab es schließlich automatische Updates?

******

Die Polizeistelle der Teladi-Handelsstation in Akeelas Leuchtfeuer war eigentlich gar nicht erforderlich, da ja die Argonen das System kontrollierten. Anstatt die Einrichtung umzubauen hatte der Eigentümer ihr einfach nur andere profitable Aufgaben zugewiesen. So kam es, dass Seava s'Cllt das Büro bei seiner Ankunft von einem Rudel teladischer Programmierer besetzt vorfand, die eifrig damit beschäftigt waren, schludrige Überbrückungen für dringende Sicherheitslücken in GatesVesta zusammenzuhacken. Ein Blick auf das Ticketsystem hätte verraten, dass die meisten Berichte mit dem Vermerk "sofort bearbeiten" noch aus der Beta-Testphase von vor zwei Jahren stammten.

Seava wusste, wie er Teladi zur Kooperation bringen konnte. Er schnappte sich eine der umherhuschenden Kaufechsen, hob sie am Schwanz hoch und brüllte sie an:

"Mich bringen zu Polizeibeamten!"

Das wie erwartet in Schockstarre verfallende Opfer stellte er auf einen Schreibtisch vor das Holodisplay und fragte den irritiert aufblickenden Programmierer in freundlichem Ton: "Zur Polizei?"

"Ganzssssssssssss durch und dann linksssssssss!"

"Mit Freundlichkeit immer weiterkommen."

Seava bahnte sich und dem Tross gefesselter Teladi einen Weg durch die ehemalige Wachstube, wobei mehreren Programmieren der Atem herauszischte, als sie an ihre Tischkanten gestoßen wurden. Tatsächlich, links an der Tür eines Abstellraums prangte das Logo der Teladianischen Polizei. Der Split trat die Tür auf.

"Ssssie wünsssschen?"

Eine muskulöse Kaufechse entnahm gerade vier ringförmige Proteinportionen aus dem Nahrungszubereiter, tunkte einen erst in Nostropöl und dann in getrocknetes Sumpfkraut und biss genüsslich davon ab.

"Übergabe von Kriminellen gemäß Vertrag mit Kopfgeldjägergilde. Brauchen Standardverwahrung."

"Wenn Sssie ein wenig warten möchten, unsssere nächste Kabine wird in wenigen Mizurasss frei." Seava fiel auf, dass der Schreibtisch mit einer Vielzahl von Namensschildern übersät war. Alle trugen den gleichen Namen des Bearbeiters, aber unterschiedliche Firmenbezeichnungen und -Logos. Das der teladischen Polizeiabteilung war halbwegs von dem einer Zimmervermietung verdeckt.

"Nicht warten können." Die Akte mit den Datenkristallen und Manifestausdrucken knallte auf den Tisch, so dass der Luftzug alle anderen Unterlagen beiseitefegte. Dabei wurde auch der Monitor freigelegt, der den Zellenblock überwachte. Er zeigte eine Echse in derangierter Managerkleidung, die mit federgeschmückten Handschellen an die Gitterstäbe der Zelle gefesselt war, während eine weitere Echse in Cheltlederdress einen ebenfalls federverzierten Schockstab allmählich den Schwanz hochwandern ließ.

"Das abkürzen können," sagte Seava, und bedeutete seinen beiden Wachen, die Gefangenen zum Zellenblock zu führen. Er schnappte sich die Schlüsselkarte, die im Schlitz neben dem Monitor steckte, und folgte der kleinen Karawane. Unterwegs zog er seinen ebenfalls verzierten Schockstab aus dem Oberschenkelhalfter - in diesem Fall bestand die Verzierung aber aus Ghokzähnen, einem Stück Teladikamm und einem gefriergetrockneten argonischen Ohr.

Die Zellentür öffnete sich mit leisem Quietschen. Die fünf Gefangenen für die Übergabe stolperten nach freundlichem Schubs durch ihre Bewacher gegen die rückwärtige Wand, während Seava der lederbekleideten Echse den Schockstab entwendete. "Jetzt übernehmen."

Seinen eigenen Schockstab, den er auf halbe Leistung gestellt hatte, löste er an der Schwanzspitze des gefesselten Kunden aus. "Gestehen, elende Kreatur." In schneller Folge plazierte er weitere Entladungen an den Beinen, den Handschellen und dem Stirnkamm des Kunden, der zischelnd in sich zusammenfiel. Nach einem behutsamen Tritt in die Seite des am Boden liegenden Teladi griff er sich das ledergekleidete Exemplar und schnauzte: "Losbinden. Zeit um sein."

Während der Split die elektronischen Formalitäten zur Einkerkerung erledigte, verließ der Manager auf seinen Folterknecht gestützt die Zelle. Draußen fragte er begeistert, ob er nächste Woche die gleiche Behandlung bekommen könnte.

******

Tupmanckellots Pegasus erreichte Priesters Gnade. Mit erheblichem Unwillen stellte der Bergungsunternehmer den Tempomaten auf die im paranidischen Raum zugelassene Höchstgeschwindigkeit ein, während er sich auf die lange Etappe zum Nachrichtenzentrum machte. Zumindest ging er davon aus, dass einer der Gravidar-Kontakte dort im Nordosten das Nachrichtenzentrum sein würde. Die Kampfhandlungen hinter ihm breiteten sich vom Nordwesten des Systems, das immer wieder eine Piratenbasis enthielt, allmählich auf den gesamten Verkehr aus.

Die Piratensektoren hinter ihm waren ein einziges Datenchaos. In dem beengten Cockpit des Pegasus war der Passagiernotsitz die einzige Möglichkeit, ein Aufzeichnungsgerät unterzubringen, und er hoffte, dass die Aufnahmen der HUD-Anzeige ausreichend lesbar ausgefallen waren. Die Dreidimensionalität musste auf diese Gefahr vorbereitet werden.
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jorganos
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Post by jorganos » Sat, 12. Mar 11, 20:43

So, ich hab mir mit der Antwort etwas Zeit gelassen, bis der nächste Teil fertig war.

Ban wrote:Aufgrund der längeren Ruhephase war ich quasi gezwungen, die Geschichte vom Anfang bis zu ihrem gegenwärtigen Stand noch einmal zu lesen, um inhaltlich wieder einen brauchbaren Überblick zu erlangen.
Ich hoffe, das war kein allzugroßes Opfer?
Vom Beibehalten der übertrieben wirkenden juristischen Darstellungen und Beschreibungen, die so weit an der Realität allerdings nicht vorbeigehen dürften, abgesehen zeigt sich durchaus eine Zunahme von Ernsthaftigkeit bei Abnahme der humoristischen Aspekte. Da letztgenanntes ursprünglich doch recht zentral war, fällt diese Entwicklung auf, muss aber nicht primär negativ gesehen werden. Schließlich wurde gleichzeitig, ob geplant oder nicht, aus den Transpondersoftwareproblemen sowie dem Angriff auf eine Station eine zusammenhängende Problemstellung, die wiederum immer weitere Kreise zieht. Zumindest ist dies anzunehmen, da es plausibel erscheint, zwischen der "No Worries" und den Transponderausfällen einen Zusammenhang zu vermuten.
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Den gibt es auch...
Um zu dem gewohnten Maß an Humor zurückzukehren, muss ich einfach wieder etwas mehr Action reinbringen. Ich bitte um Rückmeldung, ob ich da auf dem richtigen Weg bin.
Einen Zusammenhang, den das Militär und die Goner Bergungsversicherer, gesetzt dem Fall der zutreffenden Vermutung, mehr zufällig und aus anderen bemerkt hätten beziehungsweise bemerken könnten. Auch wenn das Einsetzen von zwei beziehungsweise drei privaten Dienstleistern auf eine verhältnismäßig geringe Schadenssumme, für ein Unternehmen dieser Größe, eher unwahrscheinlich ist. Die Wahrscheinlichkeit für eine Rückerstattung dürfte so gering ausfallen, dass sie in der entsprechenden Berechnungen zuzüglich zu erwartender Aufwendungen einen Verlust als Erwartungswert ergeben würde.
Drücken wir es mal so aus: Die Tatsache, dass drei Agenturen eingesetzt wurden, spricht für eine Schadenssumme, die über den Kaufpreis eines voll ausgerüsteten Tukans (ca 1 Million, wobei die Tunings ja unterschlagen wurden) hinausgeht. Da steckt also auch noch mehr dahinter.



Andererseits erhebt Fiktion natürlich keinen absoluten Realitätsanspruch - das würde dem "Konzept" zuwiderlaufen. (Als würde man Krimiserien mit einer realistischen Aufklärungsquote produzieren. Auch wenn dieser Vergleich zu Gunsten der meisten Kriminalserien und -romane ausfällt.)
Ich denke, dass das X-Universum in meiner Geschichte nicht wirklich das selbe ist, durch dass die meisten von uns sich durchkämpfen. Glücklicherweise brauchen unsere Unternehmen sich nicht durch dieses Maß an Bürokratie durchzuschlagen.
Jedenfalls ist es erfreulich, dass diese Geschichte, wenn auch nach langer Ruhezeit, fortgesetzt wird.
Dass ich damit aufgehört hatte, hing mit meinem RL zusammen. Jetzt passt die Schreiberei da wieder rein.
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Ban
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Post by Ban » Sun, 13. Mar 11, 01:33

jorganos wrote:Ich hoffe, das war kein allzugroßes Opfer?
Sonst hätte ich es kaum gemacht.
jorganos wrote:Um zu dem gewohnten Maß an Humor zurückzukehren, muss ich einfach wieder etwas mehr Action reinbringen. Ich bitte um Rückmeldung, ob ich da auf dem richtigen Weg bin.
Es gab entsprechende Ansätze, obwohl die Darstellung der Teladipolizeistation eine spezielle Variante zu sein scheint, die man allerdings gemäß entsprechender (und interessanterweise in seriösen Medien erwähnter) Studien auf die kapitalistischen Wirtschaftsführer beziehen kann, welche von den Teladi bekanntermaßen dargestellt werden.
jorganos wrote:Drücken wir es mal so aus: Die Tatsache, dass drei Agenturen eingesetzt wurden, spricht für eine Schadenssumme, die über den Kaufpreis eines voll ausgerüsteten Tukans (ca 1 Million, wobei die Tunings ja unterschlagen wurden) hinausgeht. Da steckt also auch noch mehr dahinter.
Gut, prinzipiell ist auch noch das Sonnenkraftwerk betroffen und die "No Worries" quasi direkt eingebunden, aber selbst das dürfte die Kosten und den Aufwand kaum rechtfertigen; zumindest nicht bei den Stationspreisen in X. Also muss es für die Goner-Versicherung einen besonderen Grund geben, diese Finanzmittel zu bewilligen. Dass eine der Agenturen nun eine performanceintensive und begrenzte Methode zum Umgehen des Transponderchaos gefunden hat, spricht auch nicht gerade dafür, dass man in diesem Fall mit günstigen Dienstleistern arbeitet, was den Verdacht nährt, dass es diesbezüglich größere Zusammenhänge geben muss. Zusammenhänge, die solchen Mitteleinsatz rechtfertigen, aber gleichzeitig auf einer Ebene ablaufen, die eventuell bis wahrscheinlich nicht einmal den Dienstleistern selbst bekannt ist. Und dem Geheimdienst anscheinend auch nicht, andererseits gehört es natürlich zu deren Kernkompetenzen mehr zu wissen, als es den Anschein hat. Ob Zufall oder nicht, so lässt sich aufgrund deiner Aussage und dem bisherigen Verlauf annehmen, dass hier den Handelnden bewusste oder unbewusste Verbindungen bestehen, die weit genug reichen müssen, dass sie das Schiff als Objekt überdauert haben.
jorganos wrote:Ich denke, dass das X-Universum in meiner Geschichte nicht wirklich das selbe ist, durch dass die meisten von uns sich durchkämpfen. Glücklicherweise brauchen unsere Unternehmen sich nicht durch dieses Maß an Bürokratie durchzuschlagen.
Wenn es so wäre, dürfte die Zahl der Spieler, die als Piraten agieren, wahrscheinlich rapide zunehmen. Folglich ist es ein anderes Universum oder eher eine andere Herangehensweise an dieses Universum, wie verschiedene Anspielungen aus dem Verlauf zeigen. (Beispielsweise die Anmerkungen zum Übergang von X2 und X3, dessen technische Unmöglichkeiten innerhalb der Logik der Hintergrundgeschichte der Spiele in den Spielen konsequent ignoriert werden.)
jorganos wrote:Dass ich damit aufgehört hatte, hing mit meinem RL zusammen.
Ja, das RL neigt dazu, solche Einflüsse zu haben. Eine bisweilen zwiespältige Eigenschaft dieser unvermeidbaren Handlungslinie.

_Belgarion_
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Post by _Belgarion_ » Sun, 29. May 11, 22:19

Endlich wird hier wieder weiter geschrieben. Habe leider gerade keine Zeit komplett von vorne zu beginnen. Das werde ich aber wohl müssen, da ich den Überblick ein wenig verloren habe.

Ich freue mich schon auf hoffentlich noch viele Kapitel.
Eine Blase voll Luft fürchtet spitze Nadeln.

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